| Eine zur Video-Ballade verlangsamte Musical-Szene
von zeitloser Eleganz und Schönheit aus Vincente Minellis Film
"The Band Wagon" (1953) mit Fred Astaire, dem Starlet
Cyd Charisse und den im Hintergrund schießenden Tänzern
in der New Yorker U-Bahn Station an der 42. Straße. Nach einigen
surreal wirkenden Tanzschritten wird die Normalgeschwindigkeit von
Bild und Ton wieder eingestellt. Das Video wird dreimal wiederholt.
Im Werk von Annamaria und Marzio Sala spielen Musik und Klang eine
fundamentale Rolle als Dramaturgie von Zeitlichkeit. Auf ihre konzeptuellen
Arbeiten der 1970er Jahre folgen unter anderem Lichtzeichnungen
("Chronhomme", 1987 bis 1994) und seit 2002 auch Videos.
Den 5-teiligen Video-Zyklus "Enigma" von 2005 (dt.: "Das
Rätsel") beschreibt Stephan Schmidt-Wulffen als eine digital
überarbeitete "Zeigechoreographie" (Ausst.-Kat. Annamaria
& Marzio Sala, Kunsthalle Bremen 2006) in der Tradition
des russischen Kinos und des Surrealismus.
Annamaria Sala legte das Diplom als Konzertpianistin in Bozen ab.
Marzio Sala studierte Mathematik am Polytechnikum in Turin und später
in Zürich. Gemeinsam zogen sie in den 1960er Jahren nach Deutschland
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
Annamaria & Marzio Sala, Kunsthalle Bremen, Kunstmuseum Bonn
und Mart Trento e Rovereto, 2006-2007
SNAFU. Medien, Mythen, Mind Control, Hamburger Kunsthalle, 2006
LIT: Annamaria & Marzio Sala, hrsg. von Wulf Herzogenrath,
Dieter Ronte, Gabriela Belli, Ausst.-Kat. Kunsthalle Bremen, Kunstmuseum
Bonn, Mart Trento e Rovereto 2006.
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