3. Berliner Dichterworkshop 12./13.07.1973 an
der Meinekestrasse 6 in Berlin in der Wohnung des Rudolf Prinz zu
Lippe.
"Wir haben uns zusammengefunden, eine Art Ästhetik des
Scheiterns auszuprobieren, das heißt eine Ästhetik des
Nichtkönnens, des Möchtens, des Wollens. Und dies ist
eine sehr schmerzhafte Ästhetik, es ist eine Ästhetik
der Peinlichkeiten, der Blamage, des Verzichts. Da es aber eigentlich
darum geht zu ergreifen, emotional auf einen Hörer einzuwirken,
gibt es natürlich dieses Blamiertsein und die Peinlichkeit
als eine Art Ergriffenheit und als ein Spiel damit…"
(Oswald Wiener am Sonntag, 24. Mai 1998, zit. nach http://www.suppose.de/texte/wienervortrag.html).
"selten gehörte musik" ging aus unseren "künstler-workshops"
hervor, bei denen sich ein kreis befreundeter künstler zum
reden, essen, trinken und produzieren zusammenfand. diese workshops,
ursprünglich in lockeren abständen geplant, sollten jeweils
mehrere tage (und nächte) dauern und - ohne beschränkung
auf eine bestimmte kunstsparte - zu gemeinsamem, durchaus lustbetontem
produzieren anregenda die initiatoren in berlin lebten, fand der
erste workshop in berlin statt. die damals entstandenen texte und
zeichnungen wurden in einem umfangreichen band publiziert: "ergebnisse
des ersten berliner dichter-workshops (30.10. - 7.11.1972)/achleitner,
brus, roth, rühm, wiener". ein zweiter, "glossolaler"
dichter- workshop (6.2.73) ist zwar auf tonband festgehalten, blieb
bisher aber unveröffentlicht. bei einem späteren besuch
roths in berlin wurde spontan das bedürfnis nach gemeinsamen
musizieren wach - ein von ossi wiener und mir langgehegter wunsch,
den wir uns aber seltsamerweise bisher nie so richtig erfüllt
hatten" (Gerhard Rühm, zit. nach http://www.kunstradio.at/HISTORY/WORKS/roth_ruehm_oswald_selten.html).
LIT: Gerhard Rühm: TEXT-BILD-MUSIK ein schau- und lesebuch.
Freibord 41/42, hrsg. von Gerhard Jaschke, Wien 1984.
LINK
http://www.kunstradio.at/HISTORY/WORKS/roth_ruehm_oswald_selten.html |