"Snake" führt nicht nur die Schlange
als mythische Anspielung im Titel, sondern vollzieht auch eine formalisierte
Studie zum eigenen Körper als klangerzeugendem Element und
Bewegungsmotor. Palestine liegt in Embryo-Haltung eingekrümmt
auf dem Boden, sein Körper gerahmt von zwei sich verjüngenden
Linien. Mit jedem neuen Atemzug beginnt er zu brummen und sich langsam
auf dem Boden liegend im Kreis zu drehen. Der Ton verändert
sich durch die Bewegung, bis er seinen Körper in die Länge
ausstreckt und die Performance beendet. Im Unterschied zu Dennis
Oppenheims "Forming Sounds" von 1969 benutzt er keine
andere Person, deren Klänge er durch körperliche Berührung
verändert, sondern konzentriert sich auf die eigene Klang-
und Energiequelle.
LIT: Charlemagne Palestine: Sacred Bordello, hrsg. von Antonio
Guzman, London 2004.
LINKS
http://leeson.ohje.de/nr5/palestine.htm
(Rezension)
http://home.snafu.de/freunde/palestine.htm
(Ankündigung)
http://media.hyperreal.org/zines/est/intervs/palestin.html
(Interview) |