Die beiden Videoperformances wurden 1973 in Florenz
in einer verlassenen toskanischen Villa bei Art/Tapes/22 produziert.
In "Body Music I“ hockt Charlemagne Palestine in einem
weißen Raum neben einem Stofftier, seinem Erkennungszeichen,
auf dem Boden und pendelt sich auf den Knien in einen tranceartigen
Zustand, den er mit einer Obertonstimme begleitet. Der Körper
dient ihm als Resonanzerzeuger. Im Verlauf der Performance erhebt
er sich und läuft an den Wänden entlang mit einem Gesang,
der an Indianerrituale erinnert. Schließlich gerät er
in einen Zustand kontrollierter Raserei und wirft sich bis zur Erschöpfung
gegen die Wände. Palestine nennt es eine Studie über "vocal-physical
responses of a species caught in an enclosed square room" (zit.
nach http://www.eai.org).
"Body Music II" beginnt mit einem kurzen schamanistischen
Ritual, für welches er zu melodischem Gesang ein Fetischobjekt
mit seinen Händen kreisen lässt. Anschließend beginnt
er langsam schneller werdend im Kreis durch die leeren Räume
der Villa zu laufen, seine Stimme zu einem Schreigesang erhebend,
die Kamera immer vor seinen Oberkörper haltend, bis er vor
Erschöpfung auf die Knie fällt.
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
VIDEO Club 99: Video und Performance, Hamburger
Kunsthalle, 21.02.1999
LIT: Charlemagne Palestine: Sacred Bordello, hrsg. von Antonio
Guzman, London 2004.
LINKS
http://leeson.ohje.de/nr5/palestine.htm
(Rezension)
http://home.snafu.de/freunde/palestine.htm
(Ankündigung)
http://media.hyperreal.org/zines/est/intervs/palestin.html
(Interview) |