Die Hommage Naumans an Beckett bezieht sich auf
deren gemeinsame Faszination für das Gehen. "Watt"
und "Molloy", zwei Figuren aus Becketts gleichnamigen
Novellen, bewegen sich in einer chaotisch anmutenden, repetitiven,
sinnlosen und verblüffend unbalancierten Gangtechnik voran,
die Nauman zu seiner Choreographie angeregt hat. Bodenmarkierungen
folgend streckt er ein Bein waagerecht aus, um sich vorsichtig um
90 Grad zu drehen, es abzusetzen und mit dem anderen Bein diesmal
rückwärts gestreckt die Drehung um weitere rechte Winkel
voran zu treiben. Zeitweilig verlässt er den Bildraum der Kamera
und ist für eine Weile nur noch zu hören. Die Kamera ist
auf die Seite gekippt, so dass Nauman unendlich langsam den Boden
hinauf zu rotieren scheint. In der zweiten Version dieser Performance
"Revolving Upside Down" (siehe V-1998-05) ist die Kamera
auf den Kopf gedreht.
LIT: Bruce Nauman. Exhibition Catalogue and Catalogue Raisonné,
hrsg. von Kathy Halbreich, Neil Benezra, Ausst.-Kat. Walker Art
Center, Minneapolis u. a. 1994, S. 227, Abb. 227; Dirk Luckow: Joseph
Beuys und die amerikanische Anti-Form-Kunst. Einfluss und Wechselwirkung
zwischen Beuys und Morris, Hesse, Nauman, Serra, Berlin 1998, S.
202-203, Abb. 202; Bruce Nauman: Versuchsanordnungen. Werke 1965-1994,
Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle 1998, S. 37-44, Abb. 40; Beatrice
von Bismarck: Bruce Nauman : der wahre Künstler = the true
artist, Ostfildern 1998; Daniel Birnbaum: Samuel Beckett - Bruce
Nauman, Artforum, Denville, NY 2000, Bd. 38, S. 179; Barbara Engelbach:
Zwischen Body Art und Videokunst. Körper und Video in der Aktionskunst
um 1970, München 2001, S. 41-45, Abb. S. 43; Sabine Flach,
"Körper-Szenarien". zum Verhältnis von Körper
und Bild in Videoinstallationen, München 2003, S. 115-131,
Abb. S. 127.
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