Bruce Nauman
Fort Wayne/Indiana 1941 - lebt in Galisteo/New Mexico

          

Anthro/Socio. Rinde Spinning, 1992
Farbe, Ton, 6 Video-Discs, NTSC, Loop
Unikat
Videoinstallation
V-1992-13
WVZ Halbreich/Benezra Nr. 476
Erworben im Kunsthandel 1992

 

Videoinstallation, Loop
Bruce Nauman
 

Videoinstallation bestehend aus 3 Videoprojektoren und 6 Monitoren.
"Anthro/Socio. Rinde Spinning" ist eine zentrale Videoinstallation in Nauman's Oeuvre und eine Variante von "Anthro/Socio. Rinde Facing Camera" (1991). In drei Gruppen angeordnet und auf drei Achsen im Raum verteilt steht je ein Videoprojektor neben zwei übereinander gestapelten Monitoren. Sie zeigen den kahlen Kopf des Sängers Rinde Eckert, der in einem nicht sichtbaren Drehstuhl sitzt, sich um die eigene Achse dreht und singt: "FEED ME/ EAT ME/ ANTHROPOLOGY" (Füttere mich, iss mich, Anthropologie), "HELP ME/ HURT ME/ SOCIOLOGY" (Hilf mir, verletze mich / Soziologie) und "FEED ME, HELP ME, EAT ME, HURT ME". Er wird richtig herum und kopfüber auf drei Wänden und den Monitoren gezeigt. Die insgesamt sechs Bild- und Tonquellen sind nicht synchronisiert und produzieren eine intensive Litanei aus sich einander überlagernden Wortklängen, die durch den gegensätzlichen Inhalt der Begriffe noch zugespitzt wird.
Nauman hat gesungene Worte in der Installations-Serie "Raw Material" (1990-1991) verwendet und die Phrasen "HELP ME/HURT ME" bereits in "Silver Grotto", 1971, eingesetzt, einer Installation mit Neonschriften und Druckgraphiken.
Rinde Eckert ist Schriftsteller, Komponist, Regisseur, Sänger und Schauspieler an der Oper und in Stücken des New Music Theater. Eckert lebt in New York.

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
Documenta IX, Kassel 1992.
Bruce Nauman. Versuchsanordnungen, Werke 1965 – 1994, Hamburger Kunsthalle 1998.
Expressiv!, Fondation Beyeler, Basel, 30. März 2003 bis 10. August 2003.
Schrägspur - Dritter Umbau in der Galerie der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle 2003.
WEISSE NÄCHTE KIEL OBEN, VIDEO Club 99 der Hamburger Kunsthalle zu Gast in der Kunsthalle zu Kiel, in Kooperation mit der Muthesius-Hochschule Kiel 2005

LIT: Dislocations, hrsg. von Robert Storr, Ausst.-Kat. The Museum of Modern Art, New York 1991, S. 67, Abb. S. 66, 68-69; Isabelle Graw: Sein ist noch lange nichts (einige Themen bei Bruce
Nauman), in: Texte zur Kunst, Nr. 7, 1992, S. 89-95.; Ludmilla Vachtova: Der Körper als Kunststück, in: Kunstforum International, 1992, Nr. 119, S. 138-142, S. 138-142; Karl Schawelka: Der Körper als Komplize und Widersacher. Bruce Naumans Videoinstallationen, in: Im Blickfeld. Jahrbuch der Hamburger Kunsthalle, 1994, S. 89-109; Bruce Nauman. Exhibition Catalogue and Catalogue Raisonné, hrsg. von Kathy Halbreich, Neil Benezra, Ausst.-Kat. Walker Art Center, Minneapolis u. a. 1994, S. 331, Abb. S. 331; Bruce Nauman: Versuchsanordnungen. Werke 1965-1994, Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle 1998, S. 83-94, Abb. S. 90-91; Beatrice von Bismarck: Bruce Nauman : der wahre Künstler = the true artist, Ostfildern 1998; Sabine Flach, "Körper-Szenarien". zum Verhältnis von Körper und Bild in Videoinstallationen, München 2003, S. 325-331, Abb. S. 326

LINKS
http://www.mediaartnet.org/werke/anthro-socio/
http://www.zeit.de/1998/29/199829.nauman_.xml
http://www.hum.ku.dk/nnfc/anthro_soc_contents.htm