Hrsg. Rudolf Frieling/Wulf Herzogenrath, Ostfildern
2006
DVD 8: 1996-1998
Daniel Pflumm, Logo auf Schwarz, 1996, 33:22 Min.
Granular-Synthesis, Sweetheart, 1997, 7:30 Min.
Bjørn Melhus, No Sunshine, 1997, 6:15 Min.
Piotr Baran, Massdart 98, 1998, 57 Min.
Heike Baranowsky, Passage I, 1998, 3 Min.
Daniel Pflumm, Logo auf Schwarz, 1996
"Daniel Pflumm operiert mit dem 'schönen Schein' glatter
Oberflächen: bunte Logos, Corporate Identities und Markenzeichen
lösen einander in rasendem Tempo ab (Musik: Arj Snoek). Pflumm
löst die Labels aus ihrem Kontext (Fernsehen oder Internet),
baut sie am Computer nach, zerlegt sie in ihre strukturellen Elemente
und läßt diese Teile dann in Endlosschleifen rotieren.
In ‘Logo auf Schwarz’ (für die Black Box, das Kino,
den Club) eliminiert (zensiert) er jegliche Schrift von Hand bzw.
rastert sie elektronisch bis zur Unkenntlichkeit auf. Pflumm kombiniert
gefundenes Material auch mit Labels eigener Projekte (die teils
appropriierte Firmenlogos sind): In seinen Videos verschwimmen die
Grenzen zwischen Elektro (Club, 1992–1994), AT&T, Panasonic
(Club, 1995–1997), ESSO, PAN AM, WMF (Club) und Microsoft
" (Inke Arns, zit. nach http://www.medienkunstnetz.de).
Granular-Synthesis, Sweetheart, 1997
"In der Arbeit ‘Sweetheart’ von 1996 sieht man
den Kopf der Performerin Akemi Takeya in Großaufnahme. Die
langsame Bewegung des Kopfes und der Mimik ergibt sich aus der Re-Synthese
kleinster Bild-Ton-Einheiten. Der intensive emotionale Ausdruck
ist ein synthetisch erzeugter, der wiederum reale Emotionen beim
Betrachter auslöst. ‘Sweetheart’ hat eine Dauer
von 15 Minuten und entstand für ein Kurzfilmprogramm des österreichischen
Fernsehens ORF" (Ulf Langheinrich, zit. nach http://www.medienkunstnetz.de).
Björn Melhus, No Sunshine, 1997
(siehe auch Inv.-Nr. V-2000-07)
Das Video 'No Sunshine', treibt die Doppelgängerei von Bild
und Abbild mit der Parallelexistenz von Zwillingen auf die Spitze.
Die erstrebte Synthese beider Körper wird plötzlich aufgekündigt
und führt zur gegenseitigen Auslöschung. Der Sound ist
ein Remix des gleichnamigen Motown-Welthits von Bill Withers aus
dem Jahr 1971, der Dialog wird geführt mit den Kinderstimmen
von Michael Jackson, der diesen Song ebenfalls gecovert hat, und
Stevie Wonder. Für 'No Sunshine' erhielt Bjørn Melhus
den Marler Videokunstpreis 1998" (zit. nach Saalzettel Sommerfrische).
Piotr Baran, Massdart 98, 1998
Piotr Baran konstruiert seine Videoinstallationen aus vorgefundenem
und eigenem Bild- und Tonmaterial. Er nutzt analytisch und ästhetisch
die Montage und Collage für analoges wie digitales Material,
Bildstreifen und Tonspuren sowie deren technische Apparaturen.
Heike Baranowsky, Passage I, 1998
"Passage I" zeigt Bewegung im Stillstand mit einer Fahrt
auf ruhigem grauem Meer. Die fixierte Kameraeinstellung folgt dem
Horizont auf halber Bildhöhe. Leise gleitet ein Frachtschiff
rückwärts in Leserichtung durch das Bild. Es wird langsam
überholt. Das Video wird im Loop abgespielt.
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
40jahrevideokunst.de - Teil 1 Digitales Erbe: Videokunst in
Deutschland von 1963 bis heute, Kunsthalle Bremen, Städtische
Galerie im Lenbachhaus, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie
Karlsruhe, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Museum der bildenden
Künste Leipzig, 2006.
LIT: 40JAHREVIDEOKUNST.DE – Teil 1 Digitales Erbe: Videokunst
in Deutschland von 1963 bis heute, hrsg. von Rudolf Frieling/Wulf
Herzogenrath, Ostfildern 2006.
LINKS
http://www.melhus.de
http://www.40jahrevideokunst.de
http://www.medienkunstnetz.de
|