Gerhard Lang
Jugenheim/Bergstrasse 1963 - lebt in Schloss Nauses und London


          

Phantombilder I, 1992/1997
S/W, kein Ton, VHS, PAL, 27 Min.
Video
V-1997-12

 

Experimentalvideo
Gerhard Lang
 
"Im März 1992 fand in einem Vernehmungsraum im Bundeskriminalamt eine Performance statt, in deren Verlauf Bilder unbekannter Wesen entstanden. Anhand von Gerhard Langs Passbildkartei, bestehend aus Passbildern von Bienen, Wespen, Eulen, Käfern ... und Passbildern aller Einwohner seiners Heimatdorfes, Schloss-Nauses, erstellte ein Kriminalist auf der Grundlage von Langs Angaben Phantombilder. Das verwendete Phantombildgerät wurde in den 50er und 60er Jahren hergestellt. Ursprünglich diente es der Rekonstruktion der Gesichter von Hiroshima Opfern. Über die plastische Chirurgie gelangte der Montage-Synthesizer Anfang der 70er Jahre zur Kriminalistik. Nachdem die RAF mit ihren Terroranschlägen begonnen hatte, wurde das Gerät bei der deutschen Polizei mehr und mehr zum schnelleren Aufklären von Verbrechen eingesetzt. Das Gerät arbeitet mit einer analogen Technik, die es erlaubt, über mehrere Ebenen bis zu vier Passbilder (bei der Polizei sind es die Passbilder Inhaftierter) zu einem Phantombild ineinander zu spiegeln. Das synthetisierte Gesicht wird dann mit einer Überwachungskamera auf einen hochkant stehenden Kontrollmonitor übertragen" (Gerhard Lang).

LIT: Gerhard Lang: Paläanthropische Physiognomien, Köln 1993.