| "Im März 1992 fand in einem Vernehmungsraum
im Bundeskriminalamt eine Performance statt, in deren Verlauf Bilder
unbekannter Wesen entstanden. Anhand von Gerhard Langs Passbildkartei,
bestehend aus Passbildern von Bienen, Wespen, Eulen, Käfern ...
und Passbildern aller Einwohner seiners Heimatdorfes, Schloss-Nauses,
erstellte ein Kriminalist auf der Grundlage von Langs Angaben Phantombilder.
Das verwendete Phantombildgerät wurde in den 50er und 60er Jahren
hergestellt. Ursprünglich diente es der Rekonstruktion der Gesichter
von Hiroshima Opfern. Über die plastische Chirurgie gelangte
der Montage-Synthesizer Anfang der 70er Jahre zur Kriminalistik. Nachdem
die RAF mit ihren Terroranschlägen begonnen hatte, wurde das
Gerät bei der deutschen Polizei mehr und mehr zum schnelleren
Aufklären von Verbrechen eingesetzt. Das Gerät arbeitet
mit einer analogen Technik, die es erlaubt, über mehrere Ebenen
bis zu vier Passbilder (bei der Polizei sind es die Passbilder Inhaftierter)
zu einem Phantombild ineinander zu spiegeln. Das synthetisierte Gesicht
wird dann mit einer Überwachungskamera auf einen hochkant stehenden
Kontrollmonitor übertragen" (Gerhard Lang).
LIT: Gerhard Lang: Paläanthropische Physiognomien, Köln
1993.
|