"Wie lange braucht ein Kunstwerk, um zu entstehen?
Zu lange auf jeden Fall für einen Film. Eine unerträglich
lange Dauer für den Spielfilm, der schneiden, Zeiten raffen muss,
die Essenz zu finden hat. Der Film muss den einen Augenblick finden
und zeigen, der für alle anderen Augenblicke steht, die weniger
aufregend sind, die langweilig, die aber wesentlich zur künstlerischen
Arbeit gehören. Das künstlerische Schaffen - Arbeit generell
- ist unfilmisch. Ausnahmen bilden der Sport im Fernsehen oder die
Genres des Western- und Gangsterfilms. Hier wird Arbeit exemplarisch
vorgeführt: Planung, Ausführung, Scheitern oder Sieg. Hier
können Personen auftreten, die sich mit ihrer Arbeit einen Namen
gemacht haben: Mörder, Einbrecher, Detektive. Sie haben eine
Biographie, sie haben einen Ruf, der ihnen vorauseilt, sie sind gefürchtet
und werden verehrt. Das Publikum möchte zu dieser Künstlerspezies
gehören, zu diesen Outcasts, zu denen, deren Atelier in der Prärie
liegt, weit draussen vor der Zivilisation, zurück in der Vorzeit,
als man nah an der Erde wohnte und einem Handwerk nachging.
Der Vortrag sucht auf unterhaltsame Weise die Annäherung an den
Mythos vom Künstler und seiner Kunst. In Beispielen aus Spiel-
und Dokumentarfilmen sowie Filmen von und über Künstler
schaut man den Protagonisten über die Schulter und von dort auf
die Finger. Die authentische, die falsche, die fälschende, die
gefälschte, die heilige und die göttliche Hand" (Martin
Kreyssig, zit. nach: http://www.onnoon.net).
AUSSTELLUNG
VIDEO Club 99 - HAND. Handykonzert und Filmvortrag, Radiokonzert
für 144 Handys, mit Ligna/F.S.K. 93,0 Mhz und Jens Röhm;
Hand - Kunst und Künstler im Film, 1999, Filmvortrag
von Martin Kreyßig, Hamburger Kunsthalle 2003
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