Jürgen Klauke
Kliding bei Koblenz 1943 - lebt in Köln

          

Band III, 1984/1985
Farbe und S/W, Ton, U-Matic, PAL, 23:35 Min.
Video
V-1998-15
Erworben im deutschen Kunsthandel 1998

 

Performance
Jürgen Klauke
 

1. Jede Gesellschaft hat ihre Kultur, die sie verdient, 1984, Hamburg, 1:56 Min.
"Die 1984 auf dem Kampnagel-Gelände Hamburg und ebenfalls in der Kunsthalle zu Kiel stattfindende Performance gleicht eher einem ’Tableau Vivant’ als einer Aktion, in dem die zu einer Wasserinstallation inszenierten Gegenstände mit musikalischem Sound und Dias (Arno Steffen) ein Gesamtbild ergeben. Klauke hat dazu einen Wasserspiegel von circa 10 mal 10 Metern angelegt und im Hintergrund 30 von je einem geöffneten schwarzen Herrenschirm abgedeckten Stühle in der Diagonale zu den Zuschauern angeordnet. Gummischläuche laufen von der Decke in zwei auf Stelzen placierten Metalleimer, die beständig überlaufen und den Wasserspiegel anheben. Im relativ dunklen Interieur dieser großen loftartigen Halle sticht ein großer, gelber Lichtkegel auf dem Boden vor der Szenerie ins Auge, der Erwartungen eines bevorstehenden Ereignisses, Redners oder Gastes weckt. Sonstige, einzige Lichtquellen stellen die Diaprojektoren dar, welche ästhetisierte Werbung und Schreckensbilder von Gewalt- und Menschenmassen-Szenen an eine Wand projiziert zeigen. Die Klänge von verschiedenen, elektronisch verfremdeten Hymnen bilden dazu ihr musikalisches Pendant“ (Lilian Haberer, zit. nach http://www.museenkoeln.de/museum-ludwig).

2. In der Tat, 1985, Bonn, 21:54 Min.
Akteure: Jürgen Klauke und Arno Steffen,
"’In der Tat’ ist eine Persiflage auf Politikergebaren oder allgemeiner: auf zu Ritualen verkommene Gesten zwischen Menschen im Rampenlicht und ihrer Scheinwelt. Zwei Akteure, Jürgen Klauke und Arno Steffen im Anzug haben auf Chefsesseln an der Bühnenseite Platz genommen und wiederholen nun unendlich oft dasselbe Begrüßungszeremoniell: Sie gehen aufeinander zu, schütteln sich die Hände, lächeln kamerafreundlich zum Publikum, besiegeln ihr Händeschütteln mit einem Handschlag, dann küssen sie sich mit Zungenkuß, ohrfeigen sich einmal gegenseitig und gehen wieder auseinander, natürlich mit gegenseitiger Geste, die ‚dem anderen den Vortritt lassen’ signalisiert. Zu dieser Szenerie ertönt laute Radiowerbung, und im Hintergrund werden auf Großleinwand Begrüßungen von Diplomaten und Staatsoberhäuptern aus aller Welt sowie Menschenmassen projiziert, zwei Elemente, die Klauke bevorzugt in seine Performances der 80er Jahre integriert. ... Diese Arbeit Klaukes fand 1985 mehrmals anläßlich der Kulturwoche Bonn wie auch im Kölnischen Kunstverein, Köln und im Westfälischen Kunstverein, Münster statt" (Lilian Haberer, zit. nach http://www.museenkoeln.de/museum-ludwig).

AUSTELLUNGEN (Auswahl)
Jürgen Klauke. Eine Ewigkeit ein Lächeln. Zeichnungen, Fotoarbeiten, Performances. Arbeiten 1970/1986, Badischer Kunstverein Karlsruhe u. a., 1985
Jürgen Klauke Das photographische Werk, Hamburger Kunsthalle, 2002

LIT: Jürgen Klauke. Eine Ewigkeit ein Lächeln. Zeichnungen, Fotoarbeiten, Performances. Arbeiten 1970/1986, hrsg. von Andreas Vowinckel, Ausst.-Kat. Badischer Kunstverein Karlsruhe u. a., Köln 1985, S. 252-253; 254-255, Abb. S. 252-253; 254-255; Absolute Windstille. Jürgen Klauke - Das fotografische Werk, Ausst.-Kat. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2001, S. 323; 324.

LINKS
http://www.khm.de/personen/staff/klauk_d.htm
http://www.klauke-in-hamburg.de/