| Der formale Rückgriff auf Elemente der Volkskunst,
Fragmente aus Märchen oder Verweise auf das Schamanentum spielten
eine wichtige Rolle in Joan Jonas’ Choreographien. Die erste
Videoperformance "Organic Honey's Visual Telepathy" (1972)
setzt das technische Closed-Circuit-Verfahren des Video wie einen
Spiegel ein, wenn sie ihre Bewegungen im Monitor überprüft.
In verschiedenen Maskeraden tritt sie als ihr Alter Ego "Organic
Honey" auf, die Handlungen ausführt, welche keinem erzählerischen
Zusammenhang folgen, sondern assoziative Gesten von mitunter ritueller
Anmutung vollziehen und sich dabei selbst beobachtet. Die Figur der
"Organic Honey" wird in den Folgejahren 1972-74 und 1980
wieder aufgegriffen, so beispielsweise als bildnerisches Zitat in
"Vertical Roll" (1973, siehe V-1995-26), das als Videoband
in die gleichnamige 19-stündige Performance integriert war.
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
Joan Jonas. Performance, Video, Installation 1968 - 2000,
Galerie der Stadt Stuttgart und NGBK, Berlin, 2000-2001
LIT: Joan Jonas. Performance, Video, Installation 1968 - 2000,
Ausst.-Kat. Galerie der Stadt Stuttgart u.a., hrsg. von Johann-Karl
Schmidt und Andrea Jahn, Stuttgart 2000; Barbara Engelbach: Zwischen
Body Art und Videokunst. Körper und Video in der Aktionskunst
um 1970, München 2001, S. 52-55;116-120, Abb. S. 53; 119.
LINKS
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