Georg Jappe und der Tonmeister Martin Leitner
haben an den Ufern und in den Rohrwäldern des Neusiedlersees
Tonaufnahmen der dort lebenden seltenen Vogelart der Rohrsänger
gemacht.
“Jahrhunderte lang haben Dichter die Vögel besungen,
Komponisten ihre Gesänge in Noten zu transkribieren versucht.
Die Elektronik machte es möglich, die Vögel in ihrer Sprache
zu Wort kommen zu lassen. Gewiss, eine Aporie: erstmals erlaubt
es die Technik, reproduzierte Natur authentisch zu Gehör zu
bringen. Nun nicht das Mikrophon einfach in die Gegend halten, oder
dem Brutvogel vor den Schnabel - die Laute haben Bedeutung, sind
somit Sprache; und sie sind Bewegung im Raum. Aus Vogelsprachen
ein Gedicht bauen: das ist Ornithopoesie. Ein Gedicht ist, was die
Mathematik ’die elegante Lösung’ eines umständlichen
Verfahrens nennt, in diesem Fall eine Beschreibung in Prosa. Der
Poet ist der Ersthörer. Nichts weiter, oder doch: er gibt das
Gehörte weiter in einer für Menschen nachvollziehbaren
Ordnung“ (Georg Jappe zit. nach http://www.kunstradio.at/2003A/04_05_03.html).
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