| „E.'s anachronistische Weltauffassung gerät
aus den Fugen, als ihn seine Freundin für sein egozentrisch-paschahaftes
Benehmen zunächst mit Liebesentzug, schließlich aber mit
der Verwüstung seines Küchenmobiliars bestraft, um ihn zu
guter letzt aus der Wohnung zu vertreiben. Dieser reale Beziehungsknall
dient E. in seiner Wahrnehmung allerdings eher als Projektionsfläche
für erheblich globalere Ereignisse: den persönlichen Streit
erlebt er als fiktives Kriegsgeschehen, ausgelöst - wie er propagiert
- durch das ungerechtfertigte Verhalten einer brachialen Diktatorin:
seiner Freundin! Solch abstruser Auffassungsgabe entsprechend, äußert
E. während seiner imaginären Kriegs-Odyssee außerhalb
der eigenen vier Wände auch seine Entschlossenheit, hinsichtlich
des ‚Gebietsanspruchs’ auf das private Domizil unnachgiebig
zu bleiben. Im Wortlaut eines Paroli bietenden Winston Churchill proklamiert
er vor einer herbei erdachten Heerschar: 'Nothing will alter our feelings'
und obendrein wähnt E. sich sicher, 'that in the end all will
be well'...“ (Elmar Hess, zit. nach Informationsblatt des Künstlers).
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
Kriegsjahre, Kunstverein in Hamburg, 1996
German Open, Kunstmuseum Wolfsburg, 1999
Fact Fiction. Formen des Dokumentarischen in der zeitgenössischen
Videokunst und im Film, Edith-Ruß-Haus für Medienkunst,
Oldenburg, 2000
LIT: Elmar Hess: Kriegsjahre, Köln 1996; Passage. Mariella
Mosler, André Lützen, Elmar Hess, Ausst.-Kat. Stipendiaten
des Vereins Neue Kunst in Hamburg e.V., Kunsthaus Hamburg 1998;
Fact Fiction. Formen des Dokumentarischen in der zeitgenössischen
Videokunst und im Film, mit Elmar Hess, Stanislaw Mucha, Jeroen
Offerman, Sandra Schäfer und Kerry Tribe, Ausst.-Kat. Edith-Ruß-Haus
für Medienkunst, hrsg. von Sabine Maria Schmidt, Oldenburg
2000.
LINKS
http://www.lueneburger-elbtalaue.de/kuenstlerstaette/bleckede_html
http://www.oldenburg.de/edith-russ-haus |