Hrsg. Rudolf Frieling/Wulf Herzogenrath, Ostfildern
2006
DVD 3: 1972-1977
Jochen Gerz, Rufen bis zur Erschöpfung, 1972, 19:30 Min.
telewissen, documenta der Leute, 1972, 30:15 Min.
Friederike Pezold, Die neue leibhaftige Zeichensprache, 1973-1977,
55:22 Min.
VALIE EXPORT, Raumsehen und Raumhören, 1974, 4:58 Min.
Ulrike Rosenbach, Tanz für eine Frau, 1974, 8 Min.
Richard Kriesche, Malerei deckt zu, Kunst deckt auf, 1977, 3:12
Min.
Jochen Gerz, Rufen bis zur Erschöpfung, 1972
Das "Videoband, abgefilmt vom Monitor, zeigt die Aufnahmen
einer Performance in einer Landschaft, in der aus 60 Metern Entfernung
der Künstler so lange zur Kamera hin ‘Hallo’ ruft,
bis er vor Erschöpfung heiser wird und abbricht" (zit.
nach http://www.medienkunstnetz.de).
telewissen, documenta der Leute, 1972
"Die ‘documenta der Leute’ besteht aus sechs Stunden
dokumentarischem Rohmaterial mit Befragungen der Besucher der ‘documenta
5’. Die zu dieser Zeit noch in der Öffentlichkeit ungewohnte
Videotechnik mit ihrer gleichzeitigen Wiedergabe des aufgezeichneten
Bildes ist ein produktives Mittel, um kommunikative Situationen
im öffentlichen Raum zu stimulieren. Die Gruppe 'telewissen'
mit ihrem aufklärerischen Namen setzt Video in den unterschiedlichsten
Arbeitsfeldern wie Pädagogik, Psychologie, alternatives Fernsehen,
Medienzentren, Kunst, Dokumentation im Sinne einer kritischen Beteiligung
der Bürger ein, so daß auch hier zeitweise dynamische
Produktionsprozesse mit Schülern, Studenten, Ingenieuren, Grafikern
und Pädagogen entstehen. Nach der ‘documenta 5’
ist die Gruppe sowohl an ‘Projekt ‘74’ als auch
an der ‘documenta 6’, 1977, beteiligt" (zit. nach
http://www.medienkunstnetz.de).
Friederike Pezold, Die neue leibhaftige Zeichensprache, 1973-1977
(Siehe auch Inv.-Nr. V-1993-29)
"Die Nachbildung der weiblichen Figur durch Monitore hat bei
Friederike Pezold vielfältige Realisierungen erfahren. Die
je ca. 10-minütigen Videobänder der Serie ‘Die neue
leibhaftige Zeichensprache’ werden als Endlosschlaufe abgespielt.
Die Malerei – um die Dimension der Bewegung erweitert –
strahlt Ruhe und Konzentration aus. Das einzelne Bild ist auf den
Monitorrahmen hin komponiert, die Folge der Bilder als langsamer
Rhythmus inszeniert. Die Bewegungen der einzelnen kontrastreich
stilisierten Körperteile evozieren dabei bewusst Stilmittel
einer japanischen Ästhetik. Der weibliche Körper wird
nicht als Projektionsfläche für einen voyeuristischen
Blick, sondern als Zeichen abgebildet. Als ‘Madame Cucumatz’
oder auch ‘Göttin Körpertempel’ haben die
Bodyart-Filme Eingang in eine skulpturale Form gefunden" (zit.
nach http://www.medienkunstnetz.de).
VALIE EXPORT, Raumsehen und Raumhören, 1974
"Zwei Videokameras und ein Bildmischer ermöglichen eine
Closed-circuit-Aktion, die nicht nur die Differenz der Zuschauerwahrnehmung
einer im Raum stehenden Person und ihrem elektronischen Abbild,
sondern auch die Manipulation durch die elektronische Vermittlung
im selben Bild demonstriert. Das Bild der Performerin auf dem Monitor
unterliegt der permanenten Veränderung durch die Brennweiten
der Kameras. Dazu wird das Bild mit spezifischen synthetischen Tönen
gekoppelt: optisch nah = akustisch laut und schnelle Tonrepetition,
optisch fern = akustisch leise und langsame Tonrepetition. Die Arbeit
ist in 6 Teile gegliedert: 1. Raumposition, 2. geteilte Bilder,
3. Raumposition-Komposition, 4. geteilte Bilder-Komposition, 5.
Körper, 6. Körper-Komposition" (zit. nach http://www.medienkunstnetz.de).
Ulrike Rosenbach, Tanz für eine Frau, 1974
"Videoarbeit der Künstlerin, die sich zu dem Walzer ‘Ich
tanze mit Dir in den Himmel hinein’ im Kreis dreht bis zum
Umfallen. Die Aufsichtsperspektive wird über einen an der Decke
hängenden Spiegel erreicht" (zit. nach http://www.medienkunstnetz.de).
Richard Kriesche, Malerei deckt zu, Kunst deckt auf, 1977
"Malerei deckt zu, Kunst deckt auf! Zwischen Ihnen und mir
sind unsichtbare Barrieren eingebaut. Ich sehe zum Beispiel in die
Kameras des ZDF. Ich sehe niemanden von Ihnen, der mich jetzt sieht.
Da Sie nicht sehen, was ich sehe, und ich nicht sehe, was Sie sehen,
muß offenkundig Unsichtbares zwischen uns liegen. Dies gilt
es zu beschreiben, damit Sie sehen, was ich sehe, und ich sehe,
was Sie sehen" (Richard Kriesche, zit. nach http://www.medienkunstnetz.de).
Kriesche wiederholt diesen Text als einen Beitrag zur Fernsehsendung
Aspekte im ZDF dreimal: zuerst auf dem Bildschirm, dann tritt er
vor denselben Bildschirm und wiederholt die Sätze ein zweites
mal während er auf dem Bildschirm das Bild dunkel überstreicht.
Schließlich übermalt er den verdunkelten Bildschirm mit
blauer Farbe und mischt zugleich im Blue-Box-Verfahren sein Bild
als Sprechender elektronisch auf die Mattscheibe. Kriesche betreibt
eine medienspezifische Analyse der Wirklichkeit von Bildern.
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
40jahrevideokunst.de - Teil 1 Digitales Erbe: Videokunst in
Deutschland von 1963 bis heute, Kunsthalle Bremen, Städtische
Galerie im Lenbachhaus, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie
Karlsruhe, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Museum der bildenden
Künste Leipzig, 2006.
LIT: 40JAHREVIDEOKUNST.DE – Teil 1 Digitales Erbe: Videokunst
in Deutschland von 1963 bis heute, hrsg. von Rudolf Frieling/Wulf
Herzogenrath, Ostfildern 2006.
LINKS
http://www.40jahrevideokunst.de
http://www.medienkunstnetz.de
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