1. Hyperbulie, 1973, S/W, Ton, 6:39 Min.
"VALIE EXPORT betritt nackt und in aufrechter Körperhaltung
einen aus elektrisch geladenen Drähten und Metallstangen gebildeten
Korridor. Zwei Batterien, eine am Anfang und eine am Ende des konstruierten
Durchgangs, versorgen die gespannten Drähte mit Strom. EXPORT
will diesen schmalen Weg als Mensch, frei und selbstbestimmt, durchschreiten;
doch das Sich-Bewegen im Korridor wird zur qualvollen Tortur. Jeder
Kontakt mit den Drähten versetzt ihr einen Stromschlag. Langsam
sinkt der Körper unter diesen Schlägen immer mehr in sich
zusammen. Mit letzter Anstrengung und Kraft - sie spricht von einer
übersteigerten Willensleistung, die den Schmerz, das Zentrum
unserer Gesellschaft, überwindet - drückt sie den Kopf an
die Drähte, lässt diese Energie in ihrem Körper sprechen.
Zusammengekrümmt, auf Händen und Füßen, wie ein
Tier sich fortbewegend, erreicht sie das Ende des Korridors"
(zit. nach: Anita Prammer: VALIE EXPORT - eine multimediale Künstlerin,
Wien 1988, S. 71-73).
2. Fingergedicht, 1973, S/W, 2 Min.
"Video-Gedicht nach dem gleichnamigen Foto-Poem von 1968: 'Ich
sage die Zeige mit Zeichen im Zeigen der Sage [Frei nach Martin
Heidegger]'" (VALIE EXPORT, zit. nach: http://www.fdk-berlin.de/arsenal/text2003/0103export.html).
3. Ein Hauchtext. Ein Liebesgedicht, 1970, S/W, 2:10 Min.
4. Homometer II, 1974/1976, S/W, Ton, 2:51 Min.
mit Valie Export, Monika Hubman und Karl Zuckriegel
"Diese Aktion ist eine Fortsetzung meiner Untersuchung zur
Mythologie des zivilisatorischen Prozesses auf dem weiten Feld der
Interpretierbarkeit der Symbole" (VALIE EXPORT, zit. nach:
http://www.fdk-berlin.de/arsenal/text2003/0103export.html).
5. Asemie oder die Unfähigkeit, sich durch Mienenspiel ausdrücken
zu können, 1973, S/W, Ton, 9 Min.
"Auf einem Podest wird ein Vogel mit dünnen Schnüren
befestigt. Ich knie vor dem Vogel auf dem Podest und übergieße
ihn mit flüssigem, heißem Wachs, dann übergieße
ich meine Füße und meine linke Hand mit Wachs, die rechte
Hand wird durch das Umstoßen des Wachsbehälters mit dem
Kopf übergossen. Ich befreie mich dann durch Ausschneiden der
Hände mit einem Messer, welches ich mit dem Mund vom Podest
aufgehoben habe und zum Ausschneiden vom Mund gehalten benütze.
Rund um das Podest ist ein Kreis von Nägeln gezogen. Auf der
zivilisatorischen Hochebene des Podestes spielt sich das Drama des
Menschen als Bildner ab" (VALIE EXPORT, zit. nach: http://www.fdk-berlin.de/arsenal).
1977 wird VALIE EXPORT wegen des Vergehens der Tierquälerei
bei der Aktion »Asemie« zu einer Geldstrafe verurteilt.
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
Split:Reality, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien,
1997
LIT: Valie Export, beteiligt: Werner Hofmann und Hans Hollein,
Ausst.-Kat. Österreichischer Pavillon der Biennale von Venedig
1980, Venedig 1980, S. 16; 23, Abb. S. 19-21; 24-41; Kunst und Video,
hrsg. von Bettina Gruber und Maria Vedder, Köln 1983, S. 103-105,
Abb. S. 103; Friedemann Malsch, Dagmar Streckel, Ursula Perucchi-Petri:
Künstler-Videos. Entwicklung und Bedeutung - die Sammlung der
Videobänder des Kunsthauses Zürich, Ostfildern 1996, S.
102, Abb. S. 102; Valie Export. Split:Reality, Ausst.-Kat. Museum
moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Wien 1997; Andrea Zell: Valie
Export: Inszenierung von Schmerz: Selbstverletzung in den frühen
Aktionen, Berlin 2000, S. 114-122; 124-135.
LINKS
http://www.valieexport.org
http://www.fdk-berlin.de/arsenal/text2003/0103export.html
|