"Die Installationen, Filme, Zeichnungen von
Tracey Emin geben sich autobiographisch. Im Video ’Why I Never
Became A Dancer’ (1995) erzählt sie von ihrer Zeit als
Teenagerin in der britischen Küstenortschaft Margate. Vom ersten
Sex, von der Macht, mit vielen Männern zu schlafen. Die unruhigen
Bilder suggerieren Gewaltsamkeit, die Worte bleiben lakonisch. Der
Film weckt sofort die Ambivalenz von Schuld und Unschuld der frühen
Erfahrungen. Tanzen scheint die Befreiung zu sein: Nur raus hier.
Der ’British-Disco-Dance’-Wettbewerb verspricht den
Absprung nach London, die Flucht aus der Provinzkatastrophe. Im
Finale stehen die ehemaligen Lover am Rande und verhöhnen sie
als Schlampe. Sie verliert und verlässt Margate. Schnitt. Der
nachfolgende Tanz in einem leeren Loft in London zu dem Popsong
’You Make Me Feel (Mighty Real)’ ist symbolische Vergeltung
- sie wird mit ihrer Lebensgeschichte künstlerischen Erfolg
haben.
Tracey Emin: ’Als ich ein Mädchen war, schlief ich mit
vielen Männern in meiner Heimatstadt. Ich liebte Sex. Und sie
hassten mich dafür. Schließlich brach ich auf zu größeren
und wichtigeren Dingen’“ (zit. nach Saalzettel Schrägspur).
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
GEGENWÄRTIG: Selbst, inszeniert, Hamburger Kunsthalle,
2004
3. Umbau in der Galerie der Gegenwart: Schrägspur. Videoinstallationen
aus der Sammlung, Hamburger Kunsthalle, 2002
LIT: Art from the UK. Angela Bulloch, Willie Doherty, Tracey Emin,
Douglas Gordon, Mona Hatoum, Abigail Lane, Sarah Lucas, Sam Taylor-Wood,
Rachel Whiteread, Ausst.-Kat. Sammlung Goetz, München 1997;
The art of Tracey Emin, hrsg. von Mandy Merck and Chris Townsend,
London 2002, S. 23-38, Abb. 31; Open The Curtain. Kunst und Tanz
im Wechselspiel, Ausst.-Kat. Kunsthalle zu Kiel, hrsg. von Dirk
Luckow, Susanne Traub, Kiel 2003, S. 59, Abb. Umschlag innen; Matthias
Mühling: gegenwärtig: Selbst, inszeniert, Ausst.-Kat.
Hamburger Kunsthalle 2004.
LINKS
http://www.underwateramsterdam.com/traceyemin.html
http://www.arcadeproject.com/1-04/review/art02.shtml
http://www.whitecube.com
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