| Hrsg. Rudolf Frieling/Wulf Herzogenrath, Ostfildern
2006
DVD 7: 1985-1993
Ingo Günther, Fünf Fünzig im Dunkel, 1985, 5:50 Min.
Marcel Odenbach, As If Memories Could Deceive me, 1986, 17:35 Min.
Bettina Gruber/Maria Vedder, Der Herzschlag des Anubis, 1988, 4:57
Min.
Kurt Raab/Hanno Baethe/Hans Hirschmüller, Senhsucht nach Sodom,
1988, 14:20 Min.
Jörg Herold, Körper im Körper, 1989, 11:40 Min.
Norbert Meissner, Pfingsten, 1989, 6:30 Min.
Volker Schreiner, Wipe Board, 1989, 2:58 Min.
Angela Melitopoulos, Transfer, 1992, 12:23 Min.
Dellbrügge & de Moll, Video-Theorie 1-4, Remix, Interview,
1992-1993, 25:30 Min. (siehe auch Inv.-Nr. V-1993-28 und V-1994-06)
Marcel Odenbach, As If Memories Could Deceive me, 1986
"Videomaterial der Installation 'Dreihändiges Klavierkonzert
für entsetzlich verstimmte Instrumente', 1984, hat Marcel Odenbach
zwei Jahre später in diesem Band verarbeitet. Die Installation
besteht aus drei Monitoren, das heißt aus drei verschiedenartigen
Videobändern und zwei Objekten. Die Tastatur eine Klaviers
dient auf allen drei Bildschirmen als die statische Metapher. Innerhalb
dieses statischen Objekts entsteht dadurch Bewegung, daß es
auf drei verschiedene Arten genutzt wird, von denen jede zusätzlich
auf jeweils einem Monitor erscheint. Echte Spannungsfelder werden
durch die Folge der Assoziationen erzeugt, die an den jeweiligen
Einsatz des Klaviers gekoppelt sind, das heißt mit jeweils
einem Bildschirm auf einer einzigen Ebene. Bildfolgen von hektischen
Aufnahmen werden auf unterschiedliche Art und Weise in das Instrument
eingefügt, doch immer thematisch verbunden. Ich habe ein Klavier
als den Grundbestandteil gewählt, weil es, abgesehen von seiner
persönlichen Bedeutung, insbesondere in Verbindung mit klassischer
Musik, für mich auch Ausdruck und Symbol bürgerlicher
Bildungskultur ist. Die atmosphärischen Bilder, die durch die
Installation erzeugt werden, haben im besonderen mit Deutschland
zu tun" (Marcel Odenbach zit. nach www.medienkunstnetz.de).
Bettina Gruber/Maria Vedder, Der Herzschlag des Anubis, 1988
‘Der Herzschlag des Anubis’ ist eine Videocollage aus
Modellen und Beleuchtungseffekten. Die Vorbilder dieses Videobandes
stammen aus der altägyptischen Kultur und von deren mythologische
Figuren. Diese werden als Tableaus in Szene gesetzt: ‘Das
Anubis-Charon-Tableau’, ‘Das Isis und Osiris-Tableau’
und ‘Das Horus-Tableau’. Dabei werden die einzelnen
Szenen mit Papiermodellen der Figuren und der mythologischen Gegenstände
durch unterschiedliche Skalierung vor einem durch Licht und Schatten
inszenierten Hintergrund mit thematischen Stimmungen wie ‘Die
Luft unter den Flügeln’, ‘Die kreisende Nacht’
oder ‘Der schwarze Schatten’ assoziert. Die beiden Videokünstlerinnen
Bettina Gruber und Maria Vedder realisieren seit mehreren Jahren
gemeinsam Arbeiten" (zit. nach www.medienkunstnetz.de).
Kurt Raab/Hanno Baethe/Hans Hirschmüller, Senhsucht nach Sodom,
1988
Dokumentarfilm
Jörg Herold, Körper im Körper, 1989
Super 8 mm Film übertragen auf Video
"Jörg Herolds Super-8-Film ‘Körper im Körper’
setzt das erzählerische Moment durch extreme Zeitlupe außer
Kraft, die Bilder erhalten eine schwer zu beschreibende Substanz
und Materialität. Die Sprache, die aus Einzelworten –
‘Haus’, ‘Frau’, ‘Kopf’, ‘Atem’
– besteht, unterstreicht das Gefühl von Dauer, Schwere
und Substanz. Die entfesselte Kamera erscheint als Körper,
der sich durch die Umwelt tastet und sich auf wenige Dinge, Vorgänge,
Perspektiven konzentriert. Die Stimme ihrerseits erscheint wie eine
Art innere Zwiesprache, ein Körper im Körper.
Als ‘Entlassung aus einer Ideologie und Ankunft in der Beliebigkeit’
beschrieb Herold die Erfahrung des Zusammenbruchs der DDR. Beim
Versuch der Neuverortung stieß er auf die Figur des Kaspar
Hauser und begann, die künstlerische Doppelexistenz Hauser-Herold
zu entwickeln. ‘Körper im Körper’ erweist
sich rückblickend als wichtige Vorstufe des Hauser-Projekts.
‘Körper im Körper’ wurde 1997 auf der documenta
X in Kassel gezeigt" (zit. nach www.medienkunstnetz.de).
Norbert Meissner, Pfingsten, 1989
"In einer thematischen Gratwanderung stellt Norbert Meissner
hier die Medientechnologie auf die Probe. Das universale Ereignis
‘Pfingsten’ ist der Moment höchster Erkenntnis:
technologisch der Augenblick aller Möglichkeiten, d.h. das
Rauschen. Der von einer TV-Ansagerin gesprochene Text versucht,
eine Hierarchie zu erstellen, die ständig von elektronischen
Bildstörungen und Überblendungen vielsprachiger Fassungen
des Textes sowie durch Einblenden von Signalbegriffen in verschiedenen
Kulturschriften gestört, unterlaufen, zurückgedrängt
wird. Eine differenziert zu lesende Arbeit über Wahrheit, Erhabenheit
und Medien" (zit. nach www.medienkunstnetz.de).
Volker Schreiner, Wipe Board, 1989
"130 Bildflächenwechsel nehmen den Wipe beim Wort und
den Screen beim Bild – und dessen Abbild. Volker Schreiners
strukturalistische Studien einer Materialität des elektronischen
Bildes und der Immaterialität tradierter Werkstoffe bilden
seit Ende der 1980er Jahre eine Art Grundlagenforschung und eine
konsistente Werkgruppe. Im Schnitt musikalisch und rhythmisch, im
Sujet bei aller Einfachheit immer wieder überraschend komplex,
sind diese Videobänder voller blitzartiger Ironie" (Rudolf
Frieling, zit. nach www.medienkunstnetz.de).
Angela Melitopoulos, Transfer, 1992
Experimentalvideo
Dellbrügge & de Moll, Video-Theorie 1-4, Remix, Interview,
1992-1993
(siehe auch Inv.-Nr. V-1993-28 und V-1994-06)
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
40jahrevideokunst.de - Teil 1 Digitales Erbe: Videokunst in
Deutschland von 1963 bis heute, Kunsthalle Bremen, Städtische
Galerie im Lenbachhaus, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie
Karlsruhe, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Museum der bildenden
Künste Leipzig, 2006.
LIT: 40JAHREVIDEOKUNST.DE – Teil 1 Digitales Erbe: Videokunst
in Deutschland von 1963 bis heute, hrsg. von Rudolf Frieling/Wulf
Herzogenrath, Ostfildern 2006.
LINKS
http://www.40jahrevideokunst.de
http://www.medienkunstnetz.de
|