01. Sonata I
02. Sonata II
03. Sonata III
04. Sonata IV
05. First Interlude
06. Sonata V
07. Sonata VI
08. Sonata VII
09. Sonata VIII
10. Second Interlude
11. Third Interlude
12. Sonata IX
13. Sonata X
14. Sonata XI
15. Sonata XII
16. Fourth Interlude
17. Sonata XIII
18. Sonata XIV and XV "Gemini" after the work by Richard
Lippold
19. Sonata XVI
Piano: Darryl Rosenberg
Zum präparierten Klavier bei John Cage:
"Als Cage 1940, achtundzwanzigjährig, in Seattle gebeten
wurde, innerhalb weniger Tage für die Tänzerin Syvilla
Fort eine Bühnenmusik zu schreiben, konnte er nicht auf sein
Schlagzeugensemble zurückgreifen, mit dem er in jener Zeit
häufig zusammenarbeitete: Der Platz des Theaters, in dem die
Aufführung stattfinden sollte, war zu beschränkt für
einen solchen Aufbau. Allerdings gab es einen Flügel vor der
Bühne, und so beschloss Cage, diesen zu verwenden. Angeregt
durch Henry Cowells direktes Spiel auf den Saiten sollte der Klavierklang
jedoch verändert werden, wozu es noch einiger Experimente bedurfte.
Nach unbefriedigenden Versuchen mit einem Tortenblech und Nägeln,
die Cage zwischen die Saiten klemmte, erwiesen sich vor allem eiserne
Holz- und Gewindeschrauben, Plastikstücke und Radiergummis
als die geeigneten Materialien. Die ursprünglichen Farben der
Klaviertöne verwandelten sich drastisch und ließen sich
oft nicht mehr als solche wiedererkennen, je nachdem, aus welchem
Material die Präparierungen bestanden und an welcher Stelle
der Saiten sie angebracht waren. Gleichzeitig blieben alle Errungenschaften
pianistischer Differenzierung erhalten, und in etwas modifizierter
Form konnte man so virtuosauf dem Instrument musizieren wie ohne
Präparierung. Unversehens war aus dem Klavier eine Art Schlagzeugensemble
geworden, mit Trommeln und Tambourinen, Gongs und Glocken, ein scheinbar
kollektiv gespieltes Instrument, das dem Klang eines balinesischen
Gamêlan-Orchesters überraschend nahe kam" (Herbert
Henck, zit. nach www.herbert-henck.de/Programme/Cage_II/cage_ii.html).
|