1. It Wasn´t Love, 1992, 20:00 Min.
„Benning erzählt von einem lustvollen Zusammentreffen
mit einem 'Bad Girl' unter der Verwendung von Stereotypen aus Hollywood-Filmen.
Sie posiert vor der Kamera als Rebell oder Platinblondine, als Gangster,
Schnulzensänger oder Vamp, mit Zigarette im Mund, im romantischen
Slowfox und in einem Heavy-Metal-Street-Acting, das den Zuschauer
durch die Liebesgeschichte treibt. Das Video ist weit mehr als eine
romantische Fabel, indem es Facetten körperlicher Anziehung
beschreibt wie Angst, Gewalt, Begehren, Schuld und Erregung. Benning
nennt es 'It wasn’t love, but it was something...', es war
die Chance, sich glamourös zu fühlen, sexy und berühmt,
alles auf einmal.“
2. A Place Called Lovely, 1991, 14:00 Min.
“Nicky is seven. His parents are older and meaner: 'A Place
Called Lovely' bezieht sich auf die Typen von Gewalt, die man im
Leben vorfindet wie Schlägereien, Unfälle, Mord bis zu
den weniger offensichtlichen Gewalttätigkeiten wie Lügen,
soziale Ansprüche und hintergangene Gutgläubigkeit. Benning
versammelt hier Bilder von sozialer Gewalt aus einer ganzen Bandbreite
von Quellen, die Kindheitserinnerungen nachspüren: Kinofilmen,
Schlagzeilen, Kinderspielen, eigenen Erfahrungen und die anderer
Leute. Sie benutzt durchweg kleine Spielzeuge als Stellvertreter
und Veranschaulichung für die Art und Weise der Behandlung
und Kontrolle, in der wir uns selbst befinden: kontrolliert von
größeren gewalttätigen Mächten.“
3. Girl Power (Part I), 1992, 15:00 Min.
„Zur Musik von 'Bikini Kill' (einer Girl-Punk-Band aus Washington)
zeigt 'Girl Power' die aufrührerische Vision eines radikalen
Girls in den neunziger Jahren. Benning zieht eine Verbindung zwischen
ihrer eigenen rebellischen Zeit gegen Schule, Familie und weibliche
Stereotypen in Form einer Geschichte von persönlicher Freiheit,
in der sie davon erzählt, wie es ist, als Matt Dillon zu modeln
und von der Schule abzuhauen, um Abenteuer zu erleben. Stark beeinflusst
von der subkulturellen 'Riot Grrrl'-Bewegung, transformiert dieses
Tape die Politik der Selbstdarstellung weiblicher Jugend, indem
es die traditionelle Zurückhaltung und höfliche Ergebenheit
verwirft zugunsten einer radikalen Unabhängigkeit und selbstbestimmten
Sexualität.“
(Alle Texte zit: nach http://www.vdb.org,
Übersetzung: Dirck Möllmann)
LIT: Friedemann Malsch, Dagmar Streckel, Ursula Perucchi-Petri:
Künstler-Videos : Entwicklung und Bedeutung - die Sammlung
der Videobänder des Kunsthauses Zürich, Ostfildern 1996,
S. 74, Abb. S. 74.
LINKS
http://www.brightlightsfilm.com/24/benning.html
http://www.ctomag.com/may16cto/letigre.html
http://www.eye.net/eye/issue/issue_12.03.98/film/pixel3.html
http://www.birgitrichard.de/texte/fraus.htm
(zur Girlie-Kultur)
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