Sadie Benning
Madison/Wisonsin 1973 - lebt in Chicago, USA

          

Volume 2, 1993
S/W, Ton, NTSC, U-Matic, Compilation
Video
V-1998-30
Erworben im internationalen Kunsthandel 1998

 

Autobiographie, Compilation
Sadie Benning
 

1. It Wasn´t Love, 1992, 20:00 Min.
„Benning erzählt von einem lustvollen Zusammentreffen mit einem 'Bad Girl' unter der Verwendung von Stereotypen aus Hollywood-Filmen. Sie posiert vor der Kamera als Rebell oder Platinblondine, als Gangster, Schnulzensänger oder Vamp, mit Zigarette im Mund, im romantischen Slowfox und in einem Heavy-Metal-Street-Acting, das den Zuschauer durch die Liebesgeschichte treibt. Das Video ist weit mehr als eine romantische Fabel, indem es Facetten körperlicher Anziehung beschreibt wie Angst, Gewalt, Begehren, Schuld und Erregung. Benning nennt es 'It wasn’t love, but it was something...', es war die Chance, sich glamourös zu fühlen, sexy und berühmt, alles auf einmal.“

2. A Place Called Lovely, 1991, 14:00 Min.
“Nicky is seven. His parents are older and meaner: 'A Place Called Lovely' bezieht sich auf die Typen von Gewalt, die man im Leben vorfindet wie Schlägereien, Unfälle, Mord bis zu den weniger offensichtlichen Gewalttätigkeiten wie Lügen, soziale Ansprüche und hintergangene Gutgläubigkeit. Benning versammelt hier Bilder von sozialer Gewalt aus einer ganzen Bandbreite von Quellen, die Kindheitserinnerungen nachspüren: Kinofilmen, Schlagzeilen, Kinderspielen, eigenen Erfahrungen und die anderer Leute. Sie benutzt durchweg kleine Spielzeuge als Stellvertreter und Veranschaulichung für die Art und Weise der Behandlung und Kontrolle, in der wir uns selbst befinden: kontrolliert von größeren gewalttätigen Mächten.“

3. Girl Power (Part I), 1992, 15:00 Min.
„Zur Musik von 'Bikini Kill' (einer Girl-Punk-Band aus Washington) zeigt 'Girl Power' die aufrührerische Vision eines radikalen Girls in den neunziger Jahren. Benning zieht eine Verbindung zwischen ihrer eigenen rebellischen Zeit gegen Schule, Familie und weibliche Stereotypen in Form einer Geschichte von persönlicher Freiheit, in der sie davon erzählt, wie es ist, als Matt Dillon zu modeln und von der Schule abzuhauen, um Abenteuer zu erleben. Stark beeinflusst von der subkulturellen 'Riot Grrrl'-Bewegung, transformiert dieses Tape die Politik der Selbstdarstellung weiblicher Jugend, indem es die traditionelle Zurückhaltung und höfliche Ergebenheit verwirft zugunsten einer radikalen Unabhängigkeit und selbstbestimmten Sexualität.“

(Alle Texte zit: nach http://www.vdb.org, Übersetzung: Dirck Möllmann)

LIT: Friedemann Malsch, Dagmar Streckel, Ursula Perucchi-Petri: Künstler-Videos : Entwicklung und Bedeutung - die Sammlung der Videobänder des Kunsthauses Zürich, Ostfildern 1996, S. 74, Abb. S. 74.

LINKS
http://www.brightlightsfilm.com/24/benning.html
http://www.ctomag.com/may16cto/letigre.html
http://www.eye.net/eye/issue/issue_12.03.98/film/pixel3.html
http://www.birgitrichard.de/texte/fraus.htm (zur Girlie-Kultur)