Ambient Music
Abgekürzt Ambient. Musikstil, geprägt von Brian
Eno mit Music for Airports, 1978. Komponiert aus
Samples von Umweltgeräuschen und tonalen, teils auch atonalen
Klangfolgen als Hintergrundmusik für funktionale Räume.
Ambient erzeugt einen zurückhaltend ruhigen bis fließenden
Sound mit stimmungsvoller, unaufdringlicher Atmosphäre. Als
Vorläufer von Ambient gilt Erik Saties frühe
Komposition für möblierte Privaträume Musique
d'ameublement (siehe A-1983-40), die 1920 von drei Musikergruppen
uraufgeführt wurde.
Beamer
Siehe Videoprojektor
Betacam SP
Weiterentwicklung des analogen Videoformats Betacam (1983),
das als ½ Zoll- Magnetband
in hoher technischer Qualität
für den professionellen Bereich von der Firma SONY 1987 auf
den Markt gebracht wurde. Das Kürzel SP steht für Superior
Performance. Das heute in der Fernsehtechnik meistgenutzte
digitale Verfahren zur Bildaufzeichnung ist Digital Betacam (kurz Digibeta),
das 1993 marktreif wurde.
Blue Box
Die Farbsignale der Videotechnik setzen sich aus den drei Grundfarben
Rot – Grün – Blau zusammen, die getrennt übermittelt
und für das Bild gemischt werden. Dieses besondere Verfahren
ermöglicht es im Studio vor einer monochromen Farbwand, aus
beispielsweise Blau, beliebige Szenen aufzunehmen und den Blauanteil
anschließend per Bildmischer durch eine andere Bildinformation
zu ersetzen. So lassen sich z. B. Personen vor verschiedene Hintergründe
kopieren. Im Film war das Verfahren als Bluescreen bekannt
und wurde bereits bei den Tricksequenzen für King Kong,
1933, eingesetzt.
Chroma key
Auf Deutsch Farbtastschlüssel, auch Farbstanze genannt,
ein digitales Verfahren, das ähnlich der Blue
Box ermöglicht, ein Farbsignal gezielt auszufiltern und
wie mit einer Schablone durch andere Farbinformationen zu ersetzen.
Im Unterschied zur analogen Blue-Box-Methode lässt
sich mit Chroma Key jede beliebige Farbe auswählen
und ersetzen.
CD
Abkürzung für Compact Disc (Deutsch: kompakte
Scheibe). Auswechselbarer Massenspeicher für digitale Daten,
der durch optische Abtastung mit einem Laserstrahl beschrieben
und gelesen werden kann. Auf dem durchsichtigem Trägermaterial
Polycarbonat befindet sich ein aufgedampfter Aluminiumfilm, der
von einer Lackschicht geschützt wird. Die CD misst standardmäßig
12 cm im Durchmesser. Ihre Lebensdauer liegt zwischen 10 und 20
Jahren, abhängig von Gebrauch, Temperaturschwankungen und
Sonneneinwirkung. Markteinführung 1981 auf der Internationalen
Funkausstellung in Berlin.
CD-DA (Audio-CD)
Abkürzung für Compact Disc Digital Audio,
umgangssprachlich Audio-CD. Erste marktfähige Anwendung der CD
ausschließlich für Audio-Daten. Die Audio-CD wird mit
einer Abtastrate von 44,1 kHz beschrieben und gelesen, im Unterschied
zur DVD
(48 kHz). Sie kann bis zu 74 Minuten abspeichern und ist nicht
wieder beschreibbar. Die Audio-CD wurde entwickelt, um die LP
aus Vinyl abzulösen.
CD-ROM
Abkürzung für Compact Disc Read Only Memory (Deutsch:
CD-Lesespeicher). Zweite marktreife Anwendung der CD
als externer Datenträger für den Computer zur dauerhaften
Speicherung digitaler Informationen zwischen 650 und 900 MB. Erstmals
vorgestellt 1979 auf einer Fachmesse in Tokio.
Closed Circuit TV
Englischer Begriff für einen geschlossenen Bildkreislauf.
Technik zur Videoüberwachung, die früh von Videokünstlern
eingesetzt wurde. Eine Videokamera überträgt ihr Bild
direkt an einen Videomonitor und stellt somit einen geschlossenen
Kreislauf her.
Compilation
Auch Kompilation, von Lateinisch con (zusammen)
und pilus (Haar). In der Musikindustrie, aber auch in der
Literaturwissenschaft gebräuchlicher Ausdruck für die
Zusammenstellung unterschiedlicher Titel zu einem Thema.
Digital BetaCAM
Siehe Betacam SP
DVD
Abkürzung für Digital Versatile Disc oder
auch Digital Video Disc, heute einfach als DVD gebräuchlich.
Seit 1995 auf dem Markt. Optisches Speichermedium, das äußerlich
der CD
gleicht, aber eine weit höhere Speicherkapazität
besitzt. Es lassen sich auf drei unterschiedlichen DVD-Formaten
entweder Audiodaten oder Videodaten oder Computerdaten digital
speichern.
Fernsehnorm
Ein Fernsehbild besteht aus horizontal verlaufenden Zeilen, die
fortlaufend in hoher Geschwindigkeit aufgebaut werden, und der Bildwechselfrequenz,
um lästiges Flimmern des bewegten Bildes zu vermeiden. Dieser
Bildaufbau ist weltweit in drei verschiedenen Patenten technisch
standardisiert:
NTSC,
PAL,
SECAM. In Europa gilt die PAL Norm von 625 Zeilen und eine Wechselfrequenz
von 25 Vollbildern, bzw. 50 Halbbildern pro Sekunde, was einer Übertragungsrate
von 50 Herz (Hz) entspricht. Für die USA und Japan gilt die
NTSC Norm von 525 Zeilen und eine Wechselfrequenz von 30 Vollbildern
bzw. 60 Halbbildern, was einer Übertragungsrate von 60 Hz entspricht.
Zum Vergleich: im Kino gilt der Standard von 24 Filmbildern pro
Sekunde, mit Umlaufblende 48 Bilder pro Sekunde.
Found Footage
Zu Deutsch Gefundenes Filmmaterial. Verfahren der Wiederverwendung
von recherchiertem Bildmaterial zur Herstellung neuer Filme als
künstlerisches Experiment oder als Reportage in dokumentarischer
Manier. Found Footage ist mittlerweile zu einem eigenen
Genrebegriff in der Film- und Videoproduktion geworden.
Jog-Shuttle
Radförmiges Steuerungselement am Videorecorder, mit dem
die Aufnahmegeschwindigkeit manipuliert und Verfremdungseffekte
bewirkt werden können.
Kulturfilm
Bezeichnung für einen populärwissenschaftlichen Dokumentarfilm,
dessen Blütezeit zwischen 1918 und 1939 lag. Von dem Filmunternehmen Ufa ins
Leben gerufen, wurde es zu einem Filmgenre für das breite
Publikum. Zu den bekanntesten Regisseuren des Kulturfilms zählen
Walter Ruttmann, Hans Cürlis (siehe V-1994-05) und Adalbert
Baltes (siehe V-1978-07/08/09).
Loop
Ausdruck für eine Bild- oder Tonschleife, die eine Sequenz
endlos wiederholt. Ein echter Loop entwickelt eine Bild- oder Klangabfolge,
deren Ende in ihren Anfang übergeht und von neuem beginnt.
LP
Abkürzung für Langspielplatte. Tonträger,
seit 1896 aus Schellack hergestellt (bei einem Durchmesser von
10 Zoll, bzw. 25,4 cm), seit 1948 dann aus dem Kunststoff Vinyl
gepresst mit einer Größe von 12 Inch (30 cm) bei 33
1/3 Umdrehungen pro Minute.
Magnetband
Aufzeichnungsträger, bestehend aus einer bandförmigen
Kunststofffolie, beschichtet mit magnetisch wirksamen Eisenoxid-
oder den hochwertigeren Chromdioxid-Kristallen. Gespeichert wird
der zeitliche Verlauf eines elektrischen Signals entlang der Bewegungsrichtung
des Bandes. Der Datenträger wurde von der AEG und den IG Farben
(heute BASF) in den Jahren 1935 bis 1940 entwickelt. Um 1960 ist
das Magnetband für Videoaufnahmen bekannt, 1965 wurde es im
Portapak, einem transportablen Aufnahmegerät der Firma
SONY, erstmals von Nam June Paik künstlerisch eingesetzt. Die
analoge Magnetbandtechnik ist für den Konsumentenbereich mittlerweile
technisch überholt und von digitalen Datenträgern abgelöst
worden.
MB
Abkürzung für Megabyte, bezeichnet in der
Speichertechnik die Million und ist Maßeinheit für digitale
Daten. Ein byte besteht aus 8 bits, ein bit enthält
die digitale Information 0 oder 1.
MC
Abkürzung für Musikcassette. Speichermedium
aus Magnetband.
Die MC war ab 1963 als Datenträger
für Musik marktreif und sehr populär. Sie misst in der
Diagonalen 11,5 cm und passt in jede Jackettasche. An diesem Maß orientierte
sich später auch der Radius einer CD.
Mini DV
Abkürzung für MiniaturDigital Video,
ein Videoformat, das 1996 eingeführt wurde für die handelsüblichen
digitalen Videokameras für nicht-professionelle Konsumenten.
DVCAM ist die Bezeichnung für die nächsthöhere Qualitätsstufe
des Digital Video.
NTSC
Abkürzung für National Television System Committee. Fernsehnorm
für das elektronische Farbübertragungsverfahren, wurde
1953 in den USA eingeführt. Der anfängliche Nachteil
der amerikanischen Technik war die Anfälligkeit für Übertragungsstörungen,
die am Fernsehempfänger korrigiert werden mussten. Die Abkürzung
wurde bald spöttisch interpretiert als Never The Same
Color.
PAL
Abkürzung für Phase Alternation Line. Deutsche Fernsehnorm
zur Farbwiedergabe, patentiert 1962, als Verbesserung des störungsanfälligeren
amerikanischen NTSC-Verfahrens.
Farbtonfehler, die auf dem Übertragungswege entstehen, werden
durch zeilenweise Umschaltung des Farbsignals kompensiert.
S-VHS
Abkürzung für Super Video Home System. Ein
verbesserter technischer Standard für das analoge Heimvideo
( VHS).
Das hochwertigere Magnetband
liefert eine verbesserte Bildauflösung und Farbgenauigkeit.
Außerdem
werden das Helligkeits- und das Farbsignal (Luminanz und Chrominanz)
getrennt übermittelt.
Sample
Zu Deutsch: Musterstück oder Probestück,
gebräuchlich als Ausdruck für den Ausschnitt einer Musik-
oder Klangaufnahme, der als kompositorisches Element in ein neues
Musikstück integriert wird.
SECAM
Abkürzung für Séquentielle Couleur à Mémoire .
Französische Fernsehnorm
zur Übertragung von
Farbsignalen für das Fernsehen. Entwickelt 1957 in Frankreich
und hauptsächlich dort sowie in Osteuropa eingesetzt. Die
Farbsignale werden zeilenweise abwechselnd übertragen und
zwischengespeichert, um Phasenfehler im Farbton zu vermeiden.
U-Matic
Magnetband
von ¾ Zoll Breite (19 mm) für ein
Farbbild- und zwei Audiosignale. 1971 für den Konsumentenbereich
entwickelt, wurde es hauptsächlich im professionellen Gebrauch
verwendet bis zur Erfindung von Betacam .
Video
Bezeichnet hier das 1-Kanal-Video in verschiedenen Formaten
zur audio-visuellen Wiedergabe auf einem Monitor. Ursprünglich
war das Speichermedium ein Magnetband,
weshalb die Begriffe Video und Videoband lange
Zeit deckungsgleich verwendet wurden, bis es von dem digitalen
Datenträger CD
und nachfolgend von der DVD
mit größerer Speicherkapazität abgelöst wurde.
Videoinstallation
Die Videoinstallation ist in den Dimensionen und Relationen
ihrer Teile variabel und abzustimmen auf den Raum, in dem sie eingerichtet
wird. Sie kann Monitore ebenso wie Videoprojektoren
und zusätzliche Materialien enthalten. Videoinstallationen zielen
häufig auf die Interaktion zwischen Bild und Betrachter oder
setzen Videoprojektoren zur raumfüllenden Bildwirkung ein.
Dabei werden ebenfalls die akustischen Möglichkeiten der Videotechnik
genutzt. Der Ausstellungsraum verleiht durch die werkgerechte Installation
dem Video einen Status als Original, das sich nicht beliebig reproduzieren
lässt.
Videoprojektor
Umgangssprachlich Beamer: Projektionsgerät für
elektronische Bildsignale. Ursprünglich als Schweizer Erfindung
für das Kino entwickelt (Eidophor, 1939 patentiert
und 1958 marktreif), wurde der Videoprojektor in den 1960er Jahren
von der Medizintechnik und der NASA eingesetzt. Fernsehstationen
nutzten damals die Großprojektion für Sportübertragungen. Keith
Sonnier verwendete ein vergleichbares Amphitron-Gerät bereits
1970 für eine Ausstellung in der Galerie Leo Castelli zur
Projektionsvergrößerung seiner Videobilder auf 360 x
420 cm. Der etwas später entwickelte sogenannte Röhrenprojektor
mischt optisch die getrennten Farbsignale Rot-Grün-Blau durch
separate Kathodenstrahlröhren (Braunsche Röhre) und Objektive
auf der Projektionsfläche. Im Kunstbereich fand diese Projektionstechnik
beispielsweise bei Bruce Naumans VideoinstallationAnthro/Socio,
1991 (siehe V-1992-13) Verwendung. Ab 1989 kamen digitale LCD-Projektoren
(das Liquid Crystal Display projiziert durch Flüssigkristalle)
und etwas später die DLP-Projektoren (das Digital Light
Processing nutzt winzige Kippspiegel und ein rotierendes Farbrad)
auf den Markt.
Videoskulptur
Seit Beginn der Videokunst wurde zwischen Videoband ( Video)
und Videoinstallation unterschieden. Mit der documenta
6, 1977, kam die Bezeichnung Videoskulptur hinzu. Die Videoskulptur folgt
in Aufbau, Maß und Proportion einer festgelegten Anordnung,
die aus dem Werk abgeleitet ist. Sie besteht in der Regel aus Monitoren
mit möglichen weiteren Materialien und folgt einer in sich
schlüssigen, invarianten Systemorganisation.
VHS
Abkürzung für Video Home System. Analoges
Magnetband zur Videoaufzeichnung, das 1976 in ½ Zoll Breite
für den Konsumentenmarkt entwickelt wurde.
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