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Mario Merz
Ohne Titel, 1992/93
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Mario Merz

Ohne Titel, 1992/93

Mario Merz

Ohne Titel, 1992/93
Die Fibonacci-Folge, hier in der Vertikale aufsteigend, ist leitendes Motiv im Werk von Mario Merz. Bei dieser Zahlenreihe ergibt sich die nĂ€chste Zahl jeweils aus der Summe der vorhergehenden beiden (1, 1, 2, 3, 5, 8 usw.). Fibonacci, ein Mathematiker, der zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Italien lebte, war der Ansicht, er habe mit dieser Zahlenreihe das Modell fĂŒr das natĂŒrliche Wachstum entdeckt und damit ein numerisches Modell der Evolution. Das kontinuierliche Anwachsen der Reihe umschreibt ein unendliches Werden der Dinge, ein andauerndes, exponentielles Wachstum. Geformt sind die Zahlen aus hellblau leuchtenden Neonröhren. Im Unterschied zu der BestĂ€ndigkeit der Zahlenfolge ist Licht bloß momenthaft und zugleich Ausdruck von Energie. Ein weiteres Element bilden die ReisigbĂŒndel, die hinter der Zahlenfolge zu einem Turm geschichtet sind. Sie fĂŒhren die Mathematik auf ihren Ursprung, Naturgegebenheiten durch Zahlen zu definieren, zurĂŒck und schließen den Kreis der gegensĂ€tzlichen Materialien. Mechthild Achelwilm