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Jean-Honoré Fragonard
Der Philosoph, um 1764
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Jean-Honoré Fragonard

Der Philosoph, um 1764

Jean-Honoré Fragonard

Der Philosoph, um 1764
Das PortrĂ€t des Rokoko-Malers Fragonard zeigt einen gebrechlichen Greis beim Studium eines Textes. Weit in die rechte HĂ€lfte des Bildovals gelehnt, blickt er gebannt in das vor ihm aufgestellte Buch, sein Gesicht befindet sich im Schatten. Mit dem linken Arm stĂŒtzt er sich auf einen Stapel Papiere, der angewinkelte rechte Arm öffnet den Bildraum zu den Betrachtern hin. Sein Haar und sein Bart sind wild gelockt, die Falten des Gewandes fließen leicht und elegant. Die geistige Erregung des Mannes findet ihre Entsprechung in der frei fließenden PinselfĂŒhrung des Malers. Der Alte ist als heiliger Hieronymus oder Philosoph bezeichnet worden – in Abwesenheit aller Attribute ist seine IdentitĂ€t jedoch unwesentlich. Durch das betonte Chiaroscuro sind sein Kopf und die Schrift aus dem Dunkel deutlich hervorgehoben. Thema des Bildes sind die Erleuchtung und die Leidenschaft, die mit der Hingabe an die geistige Arbeit einhergehen. Damit gibt Fragonard einem zentralen Topos seiner Zeit, dem Licht der AufklĂ€rung, bildnerischen Ausdruck. Daniel Koep