Dirck van Baburen
Die Pflege des hl. Sebastian, um 1622
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Dirck van Baburen

Die Pflege des hl. Sebastian, um 1622

Dirck van Baburen

Die Pflege des hl. Sebastian, um 1622
Baburen zählt mit Gerard van Honthorst und Hendrick ter Brugghen zu den wichtigsten Meistern der Utrechter Caravaggisten. Vom Martyrium des Heiligen unter Kaiser Diokletian berichtet Jacobus de Voragine in der Legenda aurea. Nachdem Sebastian zum Tode verurteilt, an einen Baum gebunden und sein Körper von Pfeilen durchbohrt worden war, wurde er – vermeintlich tot – liegengelassen. Die Witwe Irene, die sein Begräbnis vorbereiten sollte, pflegte ihn gesund. Baburen zeigt den relativ unversehrten Körper des Heiligen, dem Irene vorsichtig einen Pfeil aus dem Oberkörper zieht. Eine alte Magd hält den Bewusstlosen umfasst, während sie mit der rechten Hand den Strick vom Baum löst. Baburens theatralische Komposition mit drei lebensgroßen Halbfiguren, die unmittelbar und nahezu ohne Abstand zum Betrachter in den Bildvordergrund gesetzt sind, sowie die dramatische Lichtführung offenbaren seine intensive Beschäftigung mit den Werken Caravaggios. Durch die nackte Schulter Irenes bekommt das Bild eine wie zufällig erscheinende erotische Note. Sandra Pisot