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Anita RĂ©e

Retrospektive
Anita RĂ©e (1885–1933): Selbstbildnis, 1930, Öl auf Leinwand, 66 x 60,8 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk  Foto: Elke Walford

Presseinformation

Im Herbst und Winter 2017/18 prĂ€sentiert die Hamburger Kunsthalle die erste umfassende Museumsausstellung zum Werk der Hamburger Malerin Anita RĂ©e (1885–1933). Mit rund 200 GemĂ€lden, Arbeiten auf Papier und gestalteten Objekten wirft die Retrospektive Licht auf ein facettenreiches und bedeutendes ƒuvre, das von impressionistischer Freilichtmalerei ĂŒber mediterrane Landschaftsbilder bis hin zu neusachlichen Bildnissen reicht. Der reiche Bestand der Hamburger Kunsthalle an Werken RĂ©es mit 13 GemĂ€lden und 25 Arbeiten auf Papier wird ergĂ€nzt durch wichtige Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen Deutschlands, Englands, der Schweiz und den USA.

Anita RĂ©e nahm Malunterricht bei Arthur Siebelist in Hittfeld, bildete sich im Winter 1912/13 in Paris fort und arbeitete von 1922 bis 1925 im sĂŒditalienischen Positano. Nach der RĂŒckkehr nach Hamburg brachten ihr zahlreiche PortrĂ€t- und öffentliche AuftrĂ€ge ĂŒberregionale Anerkennung, und sie konnte wertvolle Kontakte in der Kunstwelt knĂŒpfen. Ihre letzten Jahre verbrachte Anita RĂ©e zurĂŒckgezogen auf Sylt, wo sie sich 1933 das Leben nahm.

Die Retrospektive der Hamburger Kunsthalle lĂ€dt zur Entdeckung einer großen KĂŒnstlerin ein: Mit ihren Bildern umkreiste Anita RĂ©e die Frage nach IdentitĂ€t, nach Subjekt und Gemeinschaft, nach Zugehörigkeit in einer sich wandelnden Welt. Als Malerin zwischen Tradition und Moderne, als selbststĂ€ndige Frau in der Kunstwelt, regionale KĂŒnstlerin mit ĂŒbernationalem Anspruch, als protestantisch erzogene Hamburgerin mit sĂŒdamerikanischen und jĂŒdischen Wurzeln lebte RĂ©e gleich mehrfach zwischen den Welten.

Die Ausstellung, maßgeblich gefördert mit Mitteln des Ausstellungsfonds der Freien und Hansestadt Hamburg, fußt auf einem interdisziplinĂ€ren Forschungsprojekt mit intensiven kunsthistorischen und kunsttechnologischen Recherchen. Systematisch wurde in Hamburger, deutschen und europĂ€ischen Archiven nach Spuren RĂ©es gesucht. Mit UnterstĂŒtzung durch die ZEIT-Stiftung wurden ihre Malweise und die MaterialitĂ€t ihrer GemĂ€lde und Werke auf Papier mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht. Dank der neuen Erkenntnisse lĂ€sst sich Anita RĂ©e nun als aktive, selbstbewusste KĂŒnstlerin verstehen und nicht nur als Opfer ihrer Zeit, ihres Geschlechts oder ihrer Religionszugehörigkeit.

Ein reich bebilderter wissenschaftlicher Katalog in deutscher und in englischer Sprache begleitet die Ausstellung (Prestel Verlag, MĂŒnchen). Die Publikation ist im Museumsshop zum Preis von 29 Euro erhĂ€ltlich und kann online ĂŒber www.freunde-der-kunsthalle.de bestellt werden. Zum Ende der Ausstellung wird die Hamburger Kunsthalle das gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Maike Bruhns erarbeitete und von der Hermann Reemtsma Stiftung finanzierte neue Werkverzeichnis zur KĂŒnstlerin herausgeben.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung bietet neben regelmĂ€ĂŸigen öffentlichen FĂŒhrungen (samstags um 15 Uhr, sonntags um 12 Uhr) und Kurator_innen-/Restaurator_innenfĂŒhrungen eine Veranstaltung innerhalb der Reihe »Kunst im interreligiösen Dialog« (2. November 2017), eine Podiumsdiskussion zur Forschung im Museum (1. Februar 2018), die zusammen mit den Freunden der Kunsthalle angeboten wird, sowie die Vorstellung des neuen Werkverzeichnisses (4. Februar 2018). Zudem sind verschiedene Kooperationen mit Hamburger Schulen Bestandteil des umfangreichen Vermittlungsprogramms. Erstmalig gibt es mit der Anita RĂ©e-Ausstellung offene Angebote fĂŒr demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen.

Zu der Ausstellung ist ein Multimedia-Guide in deutscher und englischer Sprache erhÀltlich.

Alle Termine und weitere Informationen stehen unter www.hamburger-kunsthalle.de bereit.

 

Gefördert von

HERMANN REEMTSMA STIFTUNG, ZEIT- Stiftung Ebelinund Gerd Bucerius, Freunde der Kunsthalle e.V., Martha Pulvermacher Stiftung, Kaus und Annegret Budelmann, Hans-Otto und Engelke SchĂŒmann Stiftung, und Behörde fĂŒr Kultur und Medien Hamburg.