1968-1970 Aktionen im Rahmen des Künstlerprojekts Lidl, Düsseldorf, mit Jörg Immendorff / actions for artist’s project LIDL, Düsseldorf, with Joerg Immendorff
Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
2008 Chris Reinecke. Kunst muss sein, 1959 bis heute, JET, Berlin
2000
Chris Reinecke, Museum Kunst Palast, Düsseldorf
1999 Chris Reinecke,
60er Jahre-Lidl-Zeit, Kunstmuseum Düsseldorf
Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2007 Gabriele Münter Preis, Martin Gropius Bau, Berlin, Kunstverein
Karlsruhe und Kunstraum München
2005 me, myself and I, gutleut 15,
Frankfurt a. M.
1999 Pro Lidice, Museum Fridericianum, Kassel; Badischer
Kunstverein, Karlsruhe; Kunstraum München
1997 Deutschlandbilder,
Martin Gropius Bau, Berlin
1985 Treibhaus 3, Kunstmuseum Düsseldorf
1967 Deutsch-Dänische
Tage, Galerie Aachen
1967 Aktion 67, Rheinkai Düsseldorf
1967 Chris Reinecke, Cooperative,
Galerie art intermedia, Köln
Chris Reineckes frühe künstlerische Arbeit Mitte der 1960er Jahre war eingebettet in die internationale FLUXUS-Bewegung. Sie gehörte zu den Protagonistinnen, die mit dem Begriff von Kunst etwas anderes verbanden, als eine starke institutionelle Absicherung. Mit einfachen Alltagsmaterialien und einem offenen Werkprozess wurden neue Möglichkeiten der künstlerischen Kommunikation erprobt, die auch die Reaktionen des Publikums einbezogen. Insbesondere Chris Reinecke hat ihre Aktivitäten immer in einer gesellschaftspolitischen und feministischen Perspektive gesehen. Die Sensibilisierung der Sinne verstand sie als Erweiterung des Bewusstseins und der Wahrnehmung. Dies waren für sie entscheidende Schritte auf dem Weg zur menschlichen Freiheit, oder wie sie selbst im Flugblatt sagt: „ für das Selbstverstehen u. das Selbst-Handeln vieler. (Chris Reinecke,LIDL 1969
Das Künstlerprojekt LIDL aus Düsseldorf war der Versuch zwischen 1968 und 1970, dem Aufbrechen von Normen und Werten einen Namen sowie eine Organisationsform mit künstlerisch-politischer Strategie zu geben. Auf Initiative von Jörg Immendorff und Chris Reinecke entstanden ein LIDL-Raum, internationale LIDL-Arbeitswochen, die LIDL-Akademie, LIDL-Sport, Ausstellungen, Störaktionen am Theater und vieles mehr. Es wurden weitere Initiativen wie „Selbsthilfe Wohnen“ oder „Mietersolidarität Düsseldorf“ gegründet. Reinecke hörte nie auf als Künstlerin zu arbeiten, aber sie zog sich ab 1971 für einige Jahre aus der Öffentlichkeit zurück, und wandte sich intensiv der Stadtteilarbeit und gesellschaftlichen Randgruppen zu. Künstlerische und politische Arbeit gingen für sie in dieser Zeit ineinander über.