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Hamburger Kunsthalle • 30. Januar bis 26. April 2009

 

Astrid Proll

Kassel 1945 – lebt in Berlin / based in Berlin

 

Studium / studies:
1968 Beginn des Studiums der Fotografie in West Berlin / started to study photography in West-Berlin

Sie lernte 1968 Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof kennen und schloss sich in den frühen siebziger Jahren der Roten Armee Fraktion (RAF) an. Aus dem Exil in London heimgeholt studierte sie an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste und arbeitete in Hamburg und London als Bildredakteurin bei "Tempo", "Der Spiegel", "The Independent" und als Lehrbeauftragte am Londoner Royal College of Art sowie der Universität der Künste, Berlin.

Got acquainted with Andreas Baader, Gudrun Ensslin, and Ulrike Meinhof in 1968. Became a member of Rote Armee Fraktion (RAF) in the early 1970ies. Brought back from exile in London she studies at Academy of Fine Arts, Hamburg, worked in Hamburg and London as picture editor für "Tempo", "Der Spiegel", "The Independent", and gave lectures at the Royal College of Art, and University of Arts, Berlin.

Buchveröffentlichung:
Hans und Grete. Bilder der RAF 1967-1977, Steidl-Verlag, Göttingen, 1998;
2. Auflage, aktualisierte und erweitere Neu-Auflage, Aufbau-Verlag, Berlin 2004.

Ausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2005 Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung,Kunstwerke Berlin
2000 Wohin kein Auge reicht, Fototriennale, Deichtorhallen
2004 Art & Amicii, Amsterdam
1999 Dazed&Confused, London
1999 Liverpool Biennale


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Hans und Grete. Serie Paris, 1969

Fotografien, 17 x 24 cm, gerahmt
Courtesy Künstler / artist

Im Jahr 1969 waren bestimmte historische Ereignisse noch nicht verfestigt. Vor dem Hintergrund einer sich wandelnden öffentlichen Meinung gegen den Krieg in Vietnam radikalisierten sich Teile der Studentenbewegung aufgrund staatlicher Repression, und revolutionäre Protestgruppen begannen eine Organisationsstruktur im Untergrund aufzubauen. Zu ihnen gehörten ab 1970 auch Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Sie hatten sich im Dezember 1969 einer Haftstrafe entzogen, die sie wegen der Teilnahme im Jahr zuvor an einer zweifachen Frankfurter Kaufhausbrandstiftung abzusitzen hatten. Sie entkamen mit dem Auto nach Paris und wurden begleitet von Thorwald Proll und seiner Schwester Astrid Proll. Von ihr stammen die Fotos aus einem Pariser Café und aus der Wohnung des französischen Links-Aktivisten Régis Debray, in der die Flüchtenden Unterschlupf gefunden hatten. Die spielerisch ungezwungene Atmosphäre zwischen den Beteiligten am Vorabend der Jahre des linksextremen Terrorismus bildet einen starken Kontrast zu der historischen Lage einer sich allmählich verschärfenden gesellschaftlichen Situation.