Studium / studies:
1968 Beginn des Studiums der Fotografie in West
Berlin / started to study photography in West-Berlin
Sie lernte 1968 Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof kennen und schloss sich in den frühen siebziger Jahren der Roten Armee Fraktion (RAF) an. Aus dem Exil in London heimgeholt studierte sie an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste und arbeitete in Hamburg und London als Bildredakteurin bei "Tempo", "Der Spiegel", "The Independent" und als Lehrbeauftragte am Londoner Royal College of Art sowie der Universität der Künste, Berlin.
Got acquainted with Andreas Baader, Gudrun Ensslin, and Ulrike Meinhof in 1968. Became a member of Rote Armee Fraktion (RAF) in the early 1970ies. Brought back from exile in London she studies at Academy of Fine Arts, Hamburg, worked in Hamburg and London as picture editor für "Tempo", "Der Spiegel", "The Independent", and gave lectures at the Royal College of Art, and University of Arts, Berlin.
Buchveröffentlichung:
Hans und Grete. Bilder der RAF 1967-1977, Steidl-Verlag,
Göttingen,
1998;
2. Auflage, aktualisierte und erweitere Neu-Auflage, Aufbau-Verlag, Berlin
2004.
Ausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2005 Zur
Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung,Kunstwerke
Berlin
2000 Wohin kein Auge reicht, Fototriennale, Deichtorhallen
2004 Art & Amicii,
Amsterdam
1999 Dazed&Confused, London
1999 Liverpool Biennale
Im Jahr 1969 waren bestimmte historische Ereignisse noch nicht verfestigt.
Vor dem Hintergrund einer sich wandelnden öffentlichen Meinung gegen
den Krieg in Vietnam radikalisierten sich Teile der Studentenbewegung
aufgrund staatlicher Repression, und revolutionäre Protestgruppen
begannen eine Organisationsstruktur im Untergrund aufzubauen. Zu ihnen
gehörten ab 1970 auch Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Sie hatten
sich im Dezember 1969 einer Haftstrafe entzogen, die sie wegen der Teilnahme
im Jahr zuvor an einer zweifachen Frankfurter Kaufhausbrandstiftung abzusitzen
hatten. Sie entkamen mit dem Auto nach Paris und wurden begleitet von
Thorwald Proll und seiner Schwester Astrid Proll. Von ihr stammen die
Fotos aus einem Pariser Café und aus der Wohnung des französischen
Links-Aktivisten Régis Debray, in der die Flüchtenden Unterschlupf
gefunden hatten. Die spielerisch ungezwungene Atmosphäre zwischen
den Beteiligten am Vorabend der Jahre des linksextremen Terrorismus bildet
einen starken Kontrast zu der historischen Lage einer sich allmählich
verschärfenden gesellschaftlichen Situation.