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Hamburger Kunsthalle • 30. Januar bis 26. April 2009

 

Susi Pop

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Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
2002 Der Schnurrbart der Ulrike Meinhof (negativ), Hamburger Bahnhof,Museum für Gegenwart, Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2008 Gewoon anders, Cobra Museum, Amstelveen
2007 Terry Atkinson and SUSI POP are leaving the agmoas sector, Zwinger Galerie
2006 Das achte Feld, Museum Ludwig, Köln
2005 Sal(l)e Fragonard, Zwinger Galerie
2003 Plastik, Plüsch und Politik, Städtische Galerie Nordhorn
2002 Kunst nach Kunst, Neues Museum Weserburg, Bremen
2001 Frankfurter Kreuz, Schirn Kunsthalle, Frankfurt a. M.

 

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Gegenüberstellung (1), 112 x 102 cm
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Jugendbildnis, 67 x 62 cm

Der Schnurrbart der Ulrike Meinhof (negativ), 1995/2001

Siebdruck auf Leinwand,15-teilig
Courtesy Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwartskunst, Berlin

Gegenüberstellung (1), 112 x 102 cm *
Gegenüberstellung (2), 112 x 102 cm
Gegenüberstellung (3), 112 x 102 cm
Tote, 62 x 67 cm
Tote, 62 x 62 cm
Tote, 35 x 40 cm
Erschossener (1), 100 x 140 cm
Erschossener (2), 100 x 140 cm
Erhängte, 200 x 140 cm
Zelle, 200 x 140 cm
Plattenspieler, 62 x 83 cm
Jugendbildnis, 67 x 62 cm *
Beerdigung, 200 x 320 cm
Festnahme (1), 92 x 126 cm
Festnahme (2), 92 x 126 cm

Susi Pops Künstlerkollege Gerhard Richter hat zwischen März und November 1988 an 15 fotorealistischen Gemälden gearbeitet. Einige Bilder für „18. Oktober 1977“ entstanden nach Polizeifotos, die am Morgen nach der Todesnacht im Hochsicherheitsgefängnis von Stuttgart-Stammheim entstanden waren. Der ganze Zyklus reflektiert Richters zeitgenössische Auffassung des traditionellen Genres der Historienmalerei mit ihrem Sujet, der so genannten bleiernen Zeit des deutschen Terrorismus der 1970er Jahre. Richters künstlerische Auffassungen der Geschichte münden immer auch in die Frage, „ob und in welcher Weise denn spezifisch geschichtliche Reflektion malerisch überhaupt zu leisten sei“ (Benjamin Buchloh, Ausst.-Kat. „18. Oktober 1977“, Krefeld und Frankfurt 1989).

Im Jahr 1995 wurde der Stammheim-Zyklus an das Museum of Modern Art in New York verkauft, was zu großen Diskussionen über die geschichtliche Bedeutung dieser Bilder führte. Susi Pop reagierte auf diese Debatten mit einer konzeptuellen Antwort und einem Wechsel der Bildtechnik. Auf Fotografie und Gemälde folgte bei ihr der Siebdruck. Die fünfzehnteilige Paraphrase der gesamten Serie war 1995 in drei Versionen erhältlich: magentafarben im fotografischen Positiv, magentafarben im negativen Umkehrverfahren (die in dieser Ausstellung gezeigte Negativ-Version) und eine grüne Editionsauflage im Positiv. Wenn Gerhard Richter mit seinem Zyklus noch als „Auteur“ in der Tradition des Geschichtsbildes gilt, dann untergräbt das Branding-Konzept mit dem Kunstnamen Susi Pop das repräsentative Bedürfnis nach großen Namen durch deren Vervielfältigung als Pop-Phänomene.