1986-2000 p.t.t.red, Zusammenarbeit mit Hans Winkler
Preise und Stipendien (Auswahl) /
awards and grants
(selection):
1997 Stifung
Kunstfonds, Projektstipendium / stipendiate Foundation Kunstfonds, Bonn
1995 Aufenthalts- und Atelierstipendium, P.S.1,
New York / working stipendiate P.S.1, new York
Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
2003 am >>offenen grab<< der ulrike meinhof, Projekt/Installation,
urban-art.info, Berlin
Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2008 projekt terra nullus, Ausstellung von der Letztbesteigung des Watzmann,
institutberlin
2000 ein|räumen. Arbeiten im Museum, Hamburger Kunsthalle
2000 Probe aufs
Exempel Steirischer Herbst, Graz, Österreich
1989 Ressource Kunst, Akademie
der Künste, Berlin
1990 Ceterum Censeo, Künstlerhaus Bethanien, Berlin
1995 Gewalt/Geschäfte,
Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK),
Berlin
Mit einer mehrteiligen Installation widmet sich Stefan Micheel der Geschichte des Grabes von Ulrike Meinhof. Nach ihrem Tod im Gefängnis von Stammheim am 9. Mai 1976 fand sich nur eine Berliner Gemeinde, die ihr die letzte Ruhestätte trotz vieler Gegenstimmen nicht verweigerte. Das Grab befindet sich etwas abseits der anderen. Der flache Stein liegt umgekehrt zur Ausrichtung der übrigen Grabmäler als Zeichen für eine Selbstmörderin. Etwa 2001 wurde der Stein zurück gedreht und in die Gemeinschaft der Steine integriert. Im darauf folgenden Jahr wurde ihr eingeäschertes Gehirn nachträglich beerdigt. Es befand sich für Jahrzehnte zu Untersuchungszwecken in einer Universitätsklinik.
Micheel dokumentiert die Veränderungen der Grabstelle durch die gestalterischen Eingriffe und den Lauf der Jahreszeiten. Für ihn haben sich an das Grab der Ulrike Meinhof „Zerrbilder“ und „neue Geschichten“ geheftet, die sich weiter entwickeln oder in Vergessenheit geraten. In diesem Sinne lässt es sich als ein „offenes Grab“ verstehen.