Studium / studies:
Akademie der bildenden Künste, Nürnberg / Academy of Fine Arts,
Nuremberg
Hochschule für bildende Künste, Hamburg / Academy of
Fine Arts, Hamburg
Preise und Stipendien (Auswahl) / awards and grants (selection):
1998 Hamburg Stipendium
Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
2008 Instant & Ambulant & Permanent, Extraraum, Berlin
1996 Männerkörperinszenierungen,
Freiraum Fleetinsel, Hamburg
Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2006 Von Angesicht zu Angesicht, Kunstmuseum Erlangen
2005 Polymorph pervers – Die
Nachtseiten der Liebe, ACC Galerie – Kulturzentrum,
Weimar
2000 Laufen Lernen, Galerie Andreas Schlüter, Hamburg
1999 Neid-Video-Show,
Deepdale Gallery, New York
1998 Neid-Video-Show, Shedhalle, Zürich
1998 Neid-Video-Show, 1. Berlin
Biennale/Plattform
1997 Joy and Pain, KX Kampnagel, Hamburg
Susanne Klein widmet ihre Arbeit einer Täterin. Sie befasst sich mit einer Biografie aus der so genannten „Manson-Family“. Das Gefängnisleben der Susan Atkins, die an den Morden beteiligt war und zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde, wird auf ihrer Homepage auch in Bildern dokumentiert. Aus dem Manson-Girl Sadie Mae Glutz wird im Lauf der Jahre Susan Atkins-Whitehouse. Klein überträgt die Portraitfotos auf ihre Quilts, die sie zu einer langen Kette zusammenknüpft.
„Diese Frau wandelt sich über die Zeit in eine ebenso freundlich wie normgerecht aussehende ältere Dame, deren Lächeln auch gut in die Werbung für ein mildes Mittel gegen Altersgebrechen passen würde. Der erste Gedanke: Da ist ein Leben fehl gegangen, vergeht am falschen Ort. Der amerikanische Staat lässt seine Gefangenen immerhin so leben, dass sie gesund und normal aussehen, so sie die Kraft haben, diesen Spagat über die Jahre zu halten. Die Portraits sagen alles über diese grausame Absurdität.“ (Susanne Klein)
Susan Atkins fühlte sich im September 1974 im Gefängnis als Christin wieder geboren. Sie brach vollständig mit Manson und ihrer Vergangenheit und sieht sich als „Born again Christian“. Sie ist Teil einer Vereinigung fundamentalistischer Protestanten und engagierte sich seit ihrer Läuterung für gefährdete Jugendliche, Frauen und die eigene Resozialisierung. Im Gefängnis begann sie zu malen und verschrieb sich dem „Quilts for the homeless“-Programm. Hier werden Stoffreste zu dekorativen Steppdecken, so genannten Quilts, und weiter zu Schlafsäcken für Obdachlose verarbeitet. Diese Handarbeitstechnik hat in den USA eine lange Tradition. In den Jahren 1968-69 nähten und bestickten mit vergleichbarer Technik die Frauen der „Manson-Family“ prunkvoll eine legendäre Kult-Weste für ihren Führer. Susan Atkins-Whitehouse sitzt wie alle an den Morden beteiligten Personen bis heute im Gefängnis.
Susanne Klein imitiert drei Frauen der „Family“ wie Klone eines frühen Girlie-Modells. Sie inszenieren sich mit Waffen für die Kamera und rechtfertigen die Verbrechen der anderen mit ausdrücklicher Naivität nach damals von Charles Manson vorgegebenen Sprachregelungen. Klein wollte ausprobieren „wie sich das spricht, was die Frauen sagen. Sie sehen so harmlos aus, als würden sie Vaters Vieh gegen Viehdiebe zu schützen helfen, und sagen vermeintlich ungerührt ihre Ungeheuerlichkeiten her. Sandy Good im Lehrerinnenstil, Lynne Fromme in heißer Liebe zu Charlie, und Nancy Pitman als Kerl mit der Knarre, die sich dann beklagt, an ihrer Gewalttätigkeit wäre die Brutalität des Fernsehens und damit die Gesellschaft schuld. “ (Susanne Klein)