„Eleventh hour final" heißen die Spätnachrichten im amerikanischen Fernsehen. Man steht in einem Wohnzimmer: Auf dem Tisch liegen Fernsehzeitung und Fernbedienung. Das Gehäuse des Fernsehers ist in Beton gegossen und hat die Form eines Grabsteines, hinter der Monitorscheibe liegt eine Kopfattrappe. Auf dem Monitor sind die Zahlen von Verwundeten und Toten zu sehen. In seinem Environment inszeniert Edward Kienholz eine reale Umgebung, in die der Betrachter eintreten kann. Das 1968 entstandene Environment ist ein Kommentar zum Vietnamkrieg und setzt sich zugleich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander. Mit dem so genannten „Body Count“ wurden im Vietnamkrieg bis 1968-1969 die Zahlen von Verwundeten und Toten einer einzigen Woche auf amerikanischer wie gegnerischer Seite veröffentlicht, um den eigenen Erfolg zu propagieren. Die steigenden Zahlen der toten amerikanischen Soldaten führten jedoch zu einer Kehrtwende in der öffentlichen Meinung.
Das Kriegsverbrechen von My Lai, ein Massaker an über 500 vietnamesischen Zivilisten am 16. März 1968, hatte ebenfalls Teil an diesem Umschwung. Die Bluttat wurde 18 Monate lang vertuscht bis sie das Wochenmagazin „Life“ am 5. Dezember 1969 erstmals veröffentlichte. 14 Tage später landete das Foto von Charles Manson auf der Titelseite des gleichen Magazins und machte ihn weltbekannt. Im Heft wurde ausführlich über die Morde in Hollywood berichtet. Koinzidenz der Ereignisse im selben Heft vom 19. Dezember 1969: Thema sind unter anderem auch das Mondfahrtprogramm und schockierte Leserzuschriften zu My Lai.