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Hamburger Kunsthalle • 30. Januar bis 26. April 2009

 

Stefan Hunstein

Kassel 1957 – lebt in München / based in Munich

 

Arbeitet mit Fotografie seit 1977, arbeitet seit 1982 als Schauspieler, seit 2001 am Bayerischen Staatsschauspiel, München
works with photography since 1977, as an actor since 1982, at the theatre Bayerisches Staatsschauspiel, München, since 2001.

Studium / studies:
Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Stuttgart / Academy of Music and Theatre, Stuttgart

Preise und Stipendien (Auswahl) / awards and grants (selection):
1991 Preisträger Deutscher Photopreis

Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
2008 Gegenwart...!, Diözesanmuseum Freising
2007 Das Land ist immer noch unheimlich, Kunstverein Augsburg
2005 Sind Bilder Erinnerung?, Kunsthistorisches Institut Bonn
1995 „Wen Gott lieb hat, lässt er fallen, ins Berchtesgad’ner Land“/Vom Obersalzberg (Berghof) im August `39,
Städtische Galerie im Lenbachhaus, München

Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2006 Das Souvenir und seine Orte, Museum für angewandte Kunst, Frankfurt a. M.
2004 Back to Kassel - Fotografie, Kasseler Kunstverein
2002 Panorama des 20. Jahrhunderts, Maximiliansforum München
1997 Alpenblick, Kunsthalle Wien
1994 Die Herrschaft des Apparates, Badischer Kunstverein, Karlsruhe

 

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`69, 2009

Fotografie, 3-teilig, 220 x 440 cm
Courtesy Künstler / artist

Die Mondlandung, die so genannten Manson-Morde und Altamont: das waren die drei großen „Kränkungen“ (Stefan Hunstein) von `69. Nahezu die gesamte westliche Welt saß am 21. Juli 1969 wie gebannt vor dem Fernseher und schaute Astronaut Neil Armstrong beim ersten Schritt auf den Mond zu. Nur knapp drei Wochen später wurden die mörderischen Verbrechen von Hollywood, in den zwei Nächten zwischen dem 9. und 11. August, zu einem Schlag ins Gesicht der friedliebenden Flower-Power-Generation und spätestens die Ermordung eines Konzertbesuchers beim Free Concert in Altamont durch einen Hell’s Angels Motorradrocker am 6. Dezember 1969 zeigte die düstere Seite der Hippie-Kultur. Stefan Hunstein stellt diese drei Ereignisse wie in einem Triptychon zusammen. Mittig der etwas gealterte „Family“-Guru während eines Interviews im Gefängnis. Er trägt ein Hakenkreuz auf der Stirn, das er in provokativer Verehrung für Hitler und als Stigma der Schuldzuweisung an die ihn formende Gesellschaft sich selbst in die Haut geritzt hatte. Die öffentlichen Verlautbarungen sind für Manson Kommunikation und Business zugleich. Sie gehören zum Kult um seine Person, und ein Geschäft machen immer zwei Seiten. Daneben ist die außerirdische Szenerie zu sehen, eine amerikanische Fahne, die einsam in dem neu eroberten Territorium steckt. Links der Mitte ein Zeichen der Rockergang Hells Angels mit halbem Flügel und Namenszug und dem MC für Motorcycle.


 
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Andreasberg
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Bollendorf
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Castrop
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Donzdorf
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Frechen
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Hochwaldhausen
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Ingolstadt
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Karlsruhe
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Wuppertal

 

Schön war’s!, 2007/2008

Fotografien, 45 x 33 cm
Courtesy Künstler / arstist

Andreasberg, Bollendorf, Castrop
Donzdorf, Frechen, Hochwaldhausen
Ingolstadt, Ingolstadt, Karlsruhe
Wuppertal

Hunstein arbeitet seit Jahren intensiv mit fotografischen Vorlagen. Sie bilden für ihn ein kollektives Gedächtnis, dessen ikonographische Zeichensprache er durch die themenbezogene Auswahl, Bearbeitung und Neu-Kombination zu eigenen bildnerischen Lösungen führt. Der leise sich regende Zweifel beim Betrachter angesichts der abgebildeten Wirklichkeiten ist das Ergebnis seiner Überarbeitungen.

Hunsteins zweite Fotoserie geht zurück auf Postkartenansichten der jungen Bundesrepublik in den 1950er bis 1960er Jahre, die er bildtechnisch manipuliert und teilweise neu koloriert hat. Die Ansichtskarten zeigen das Selbstverständnis einer Gesellschaft im Wiederaufbau. Sie wecken Skepsis angesichts der Architektur und der Gestaltung von Öffentlichkeit. Diese Zeit gilt als der Beginn jener sozialen Verkrustungen, gegen die sich unter anderem die so genannte 68er-Generation zur Wehr setzte.