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Hamburger Kunsthalle • 30. Januar bis 26. April 2009

 

Stephan Huber

Lindenberg / Allgäu 1952 - lebt in München und im Ostallgäu /
based in Munich and eastern Allgaeu

 

seit 2004 Professur an der Akademie der bildenden Künste, München; Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München / teaches at the Art Academy of Munich since 2004

Studium / studies:
Akademie der Bildenden Künste, München / Academy of Fine Arts, Munich
Studium der Germanistik, Universität München / German Literature, University of Munich

Preise und Stipendien (Auswahl) / awards and grants (selection):
2008 Kunstpreis der Stadt München
2006 Rolandpreis für Kunst im öffentlichen Raum, Bremen
1986 Förderpreis des Freistaates Bayern; Kunstpreis Glockengasse Köln
1985 Karl-Hofer-Preis, Berlin
1984 Arbeitsstipendium des Kunstfonds, Bonn; Förderpreis der Stadt München
1980-1981 P.S.1-Stipendium, New York

Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
2008 Stephan Huber, Galerie Six Friedrich - Lisa Ungar, München
2006 Stephan Huber: Multiples und Druck, Galerie Six Friedrich - Lisa Ungar, München
2005 Kalte Kammer, Kubus im Petuelpark, München
2003, From The Bergs, Villa Jauss, Oberstdorf (Allgäu)
2002 8,5 Zi.-Whg. f. Künstler, 49 J., Lenbachhaus, München
1998 Pompeiorama, Villa Communale, Neapel
1997 Stephan Huber, Projektraum, Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2008 made in munich, Editionen von 1968-2008, Haus der Kunst, München
2007 Architektur wie sie im Buche steht. Fiktive Bauten und Städte in der Literatur, Architekturmuseum,
Pinakothek der Moderne, München
1999 48. Biennale die Venezia, Venedig
1987 documenta 8, Kassel

http://www.stephanhuberkunst.de

 

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© 2009 VG Bild Kunst, Bonn

Love and Peace, 2009

DVD, Farbe, Ton, 22 Min.
Schrank, Marionetten, Sitzbänke
Courtesy Künstler / artist
Mit Unterstützung der Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung

Ein Marionettentheater in vier Akten. Kasperl begibt sich auf eine Zeitreise zurück in die Jahre 1968 und 1969. In Frankfurt begegnet er zunächst Adorno, gelangweilt legt er dann einen Gang zu und reist nach New York, wo soeben Andy Warhol von Valerie Solanas erschossen wird. Zuti efst erschrocken beamt er sich weiter nach Los Angeles auf eine Party der Beach Boys. Charles Manson und Frauen der „Family“ hängen dort herum, der Schlagzeuger Dennis Wilson, der Drogenpap st Timothy Leary und andere. Hier gefällt es ihm, d ie Stimmung wird aber immer bedrohlicher.

Das Marionettentheater hat eine lange Tradition, nicht nur als beliebte Volkskunst, sondern schon für Heinrich von Kleist war es Gegenstand gelehrter Überlegungen in der Romantik, ob das menschliche Verhalten vom Gefühl oder dem Verstand gesteuert werde („Über das Marionettentheater“, 1810).

Auch Stephan Huber, der als Marionetten-Erzähler im Stück auftritt, siedelt sein nicht immer bierernst gemeint es bayrisches Volkstheaterfragment aus der Zeit der 68er zwischen zwei Extremen an: D er philosophischen Vernunft mit ihrer Kritik der Aufklärung einerseits, in Person von Theodor W. Adorno, sowie andererseits der psychedelisch gefärbten und egozentrischen Irrationalität eines Charles Manson. Obwohl Gottwolke und Satansfeuer in einem Zwischenspiel des dritten Aktes ihre Ansprüche auf die Seelen miteinander abgekaspert haben, heben sich die scheinbaren Gegensätze zwischen Kontrolle und Gefühl im Stück nicht auf. Erst eine Gruppe Jugendlicher aus dem Publikum befreit im Epilog die Figuren von ihren Fäden. Einer allein kam durch, Manson, doppelt präsent auf und hinter der Bühne, und man erkennt: die eigentlichen Gegenspieler sind „Love and Peace“ – und das Böse bleibt bestehen.