Studium / studies:
Akademie der Bildenden Künste, München / Academy
of Fine Arts, Munich
Chelsea College of Art & Design, London
Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
2008 Valleys
of Neptune, Galerie Christine Mayer, München
2007 The Long Tomorrow,
MARTa Herford
2007 Only Gods Could Survive, Metro Pictures Gallery, New York
City
2006 This Island Earth, Hauser & Wirth, London
2005 Welt ohne Ende, Städtische
Galerie im Lenbachhaus, München
2004 Batman Gallery, Galerie Christine
Mayer, München
Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2008 Vertrautes
Terrain: Contemporary Art in & about Germany, ZKM Karlsruhe
2007 Made
in Germany, Kestnergesellschaft, Hannover
2004 Heimweh, Haunch of Venison,
London
2003 Painting On The Roof, Museum Abteiberg Mönchengladbach
2000 Projektwerkstatt
2000, OK Centrum für Gegenwartskunst, Linz
1996 Sex&Space, Shedhalle
Zürich
Ein unscheinbares Blatt in DIN A 4-Größe könnte sich als ein Sinnbild dieser Ausstellung entpuppen. „I’m not your leader, I’m not your follower“ von Andreas Hofer aka „Andy Hope 1930“, entstanden als Collage zweier ausgerissener Blätter aus liniertem Papier, quer zueinander aufgelegt. Wie ein mächtiger Berg füllt das obere Blatt den Rahmen aus. In knappen Strichen ist darauf eine schmale Figur skizziert, korrekter Seitenscheitel links, gesenkter Blick, lange Haarsträhnen rechts, aufflackerndes Auge. Die linke Hand verschlossen wie in einem Handschuh, die rechte Hand greift mit fünf Krallenfingern lässig an die Gürtelschnalle. Auf seiner Stirn wie eingraviert die Worte der wilden Seite, die den Titel ergeben. Sie zitieren einen Ausspruch von Charles Manson, mit dem er vor Gericht jede Verantwortung für die Taten anderer zurückwies und im selben Zuge auch die Manipulationsthese der Anklage wie Kronzeugen, nach der seine „Girls“ und die übrigen Mitglieder der „Family“ ihm ausgeliefert gewesen seien, dass er bedingungslos ihr Führer war.
Die Zwiespältigkeit dieser Person auf dem Blatt mit ihrem Sinnspruch, der alles und nichts erklärt, eröffnet einen Ausblick auf den Schrecken der Situation: es gibt nicht einen Grund, sondern viele Vermutungen – aber es gibt eine Tat. Sie führt zurück von der historischen Figur zur Zeichnung selbst, die sich behauptet zwischen nobler Kunst und populärem Cartoon, ohne sich für eine Seite entschieden zu haben. Sie hat einen ähnlich ambivalenten Kunst-Status wie die in Hofers Auftrag von Dienstleistern gefalteten Origami-Spinnen „Creepy Crawlers“: untereinander nannten sich die „Family“-Mitglieder „Gruselkrabbelviecher“ und stiegen des Nachts in reiche Villen ein.