MAN SON > Katalog > Elmar Hess

Hamburger Kunsthalle • 30. Januar bis 26. April 2009

 

Elmar Hess

Saarbrücken 1966 - lebt in Berlin / based in Berlin

 

Studium / studies:
Akademie der Künste, Stuttgart / Academy of Fine Arts, Stuttgart
Hochschule für bildende Künste, Hamburg / Academy of Fine Arts, Hamburg

Preise und Stipendien (Auswahl) / awards and grants (selection):
2006 Künstlerstipendium Villa Massimo, Deutsche Akademie, Rom / stipendiate Villa Massimo, Rome
1999 Stipendium des Deutschen Kunstfonds, Bonn / grant German Kunstfonds, Bonn

Ausstellungen (Auswahl) / shows (selection):
2006 SNAFU. Medien, Mythen, Mind Control, Hamburger Kunsthalle
2004 Weiße Nächte Kiel Oben, Kunsthalle zu Kiel
2002 Fact-Fiction, Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
2001 Internationales Filmfest, Moskau
1999 German Open, Kunstmuseum Wolfsburg
1997 Surfing Systems, Kunstverein Kassel
1995 Elmar Hess: Kriegsjahre - Some sunny day we'll meet again, Kunstverein in Hamburg

 

vergrößern vergrößernvergrößernvergrößernvergrößern

© 2009 VG Bild Kunst, Bonn

Cold War, 2008

Diverse Fotografien und Objekte
Ermöglicht mit Unterstützung der Rudolf Augstein Stiftung, Hamburg, und der Alfred-Toepfer-Stiftung, Hamburg
Courtesy Künstler / artist

Das Reenactment (dt.: Wiederaufführung) ist in der zeitgenössischen Kunst zu einem verbreiteten Verfahren geworden, Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen und zugleich kritisch zu reflektieren. Außerhalb der Kunst sind es häufig Schlachten, Historiendarstellungen, Passionsspiele oder vergleichbare Ereignisse, die sich darum bemühen, Vergangenheit an Original-Schauplätzen korrekt zu rekonstruieren.

Elmar Hess nimmt sich die künstlerische Freiheit, dieses Verfahren auf den so genannten Kalten Krieg der 1950er und 1960er Jahre anzuwenden. Er staffiert ihm bekannte Personen als weltberühmte historische Figuren aus und fotografiert sie in bekannten Posen. Churchill, Mao, Che, Willy Brandt, John F. Kennedy und andere prominente Teilhaber an der Politik der Eisernen Vorhangs werden ironisch überzeichnet und täuschend ähnlich dargestellt. Damit nicht genug, bettet Hess sie in das ewige Drama des Geschlechterkampfes ein, den er als kriegerisches Manöver beschreibt: Lippenstifte werden zu Raketen, Puderdosen zu Radargeräten und Haarnadeln zu Absperrgittern. Immer wieder bezieht sich Hess in seinen Inszenierungen auf die „wilden“ 1960er Jahre, in deren Tabubrüchen er geschlechtlich kodierte Machtkämpfe von gesellschaftlicher Dimension erkennt.

 

 

Gefördert durch