Der Videoessay von Dan Graham entwickelt in einer komplexen Collage aus
Text, Film, Video-Footage und Konzertperformances einen Zusammenhang zwischen
Religion und Rockmusik für die Jugendkulturen im Amerika der Nachkriegszeit.
Ausgehend von den Shaker-Gemeinden in den USA interpretiert Graham die
gemeinschaftlichen Tanzformen von Rock ’n’ Roll bis Punk und
Pogo als kathartische Rituale mit formalen Rückbezügen auf Trancepraktiken
bei den Rundtänzen der Shaker, einer religiösen Sekte aus England,
die ab 1774 in den USA Fuß fasste. Graham stellt einen Zusammenhang
zwischen der Enttabuisierung von Sex und Musik mit der Kommerzialisierung
von Jugendkultur in den 1950er bis 1970er Jahren her und zeigt die religiösen
Wurzeln im Musikbusiness auf, die von einer Sehnsucht nach Transzendenz
in der Rockmusik beantwortet wird. Das Script zu „Rock My Religion“ wurde
erstmals 1982 publiziert als der Essay „My Religion“ und in
den folgenden Jahren mehrfach überarbeitet.
Der Pavillon „Three Linked Cubes / Interior Design For Space Showing Videos“ von dem amerikanischen Künstler Dan Graham ist eine Architektur in der Architektur. Sie besteht aus neun, in massivem Holz gerahmten Glaswänden, von denen fünf doppelseitig verspiegelt sind und vier aus klarem Glas bestehen. Die mittlere Zelle ist nicht überdacht, die beiden äußeren Zellen sind von je einer verspiegelten und einer transparenten Scheibe bedeckt. Aus wechselnd verspiegelten und transparenten Glaspaneelen hat der Künstler ein System von Nischen gebildet, in denen vier Videomonitore bereitstehen. Sitzkissen laden zum Verweilen ein.
In dem Videopavillon „Three Linked Cubes“ vervielfachen sich Videobilder, man spiegelt sich selbst und in den Glaswänden entstehen Bilder von Besuchern anderer Kojen. Für Dan Graham ist diese Arbeit ein optisches Kunstwerk im funktionalen Design, das sowohl die Videobilder als auch das Verhalten der Zuschauer ausstellt.