Zusammenarbeit seit 1984 / working together since 1984
Studium / studies:
Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe
/ Academy of Fine Arts, Karlsruhe
Preise und Stipendien (Auswahl) / prices and grants (selection):
2006 DIVA - Danish International Visual Art Exchange Program
CRiR, Christiania Researcher in Residence, Copenhagen DK
2002 EMARE, European Media Artists
in Residence, Dundee GB
Kunstpreis Berlin, Förderpreis Bildende Kunst
2000 Internationaler Medienkunstpreis
ZKM/SWR, Anerkennung
1996 Kunstpreis Villa Romana Florenz
Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
2007 Dellbrügge & de
Moll, New Harmony, Künstlerhaus Bethanien,
Berlin
2006 Dellbrügge & de Moll , Artist Migration Berlin, Heidelberger
Kunstverein
2004 Trotzmodell, Kunsthaus Baselland
Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2009 Videonale 12, Kunstmuseum Bonn
2006 40jahrevideokunst.de:
Digitales Erbe: Videokunst in Deutschland 1963 bis heute,
K21 Kunstsammlung
Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
2006 Zerstörte Welten und die Utopie ihrer Rekonstruktion, Århus
Kunstbygning DK
2005 City Rumble Overgaden, Institute for Contemporary Art, Kopenhagen
2005 Wittgenstein in New York, Kupferstichkabinett,
Staatliche Museen zu Berlin
2003 science + fiction, ZKM, Zentrum für
Kunst und Medientechnologie , Karlsruhe
2001 Plug-In. Einheit und Mobilität, Westfälisches Landesmuseum
Münster
2000 ein|räumen. Arbeiten im
Museum, Hamburger Kunsthalle
Heimkino komprimiert die Essenz von vier Kultfilmen aus ihren Original-Soundtracks und Dialogen. Die vier Filme erzählen von Dystopien, Parallelwelten, Aussteigerszenarios oder alternativen Gesellschaftsentwürfen: „Westworld“ (1973), „Zardoz“ (1974), „Mad Max II“ (1981), „The Beach“ (2000). Es geht um die Sehnsucht nach der Stabilität geschlossener Gemeinschaften, nach Familie, nach einer Heimat oder dem Paradies, um Abwehrmechanismen gegen Eindringlinge, die Suche nach Glück und ihrem Scheitern.
Die so genannte Manson-Family lebte ihr Aussteigermodell von 1967 bis 1969
zurückgezogen auf einer ehemaligen Westernfilm-Location, der Spahn-Ranch
nahe Los Angeles, und später auf der Flucht an einem fast unzugänglichen
Ort im Death Valley.
Dellbrügge & de Moll untersuchen die Rolle des Freistaats Christiania im Kontext der boomenden Stadtentwicklung Kopenhagens. 1971 besetzten Aussteiger und Hippies das brachliegende Militärgelände inmitten des Kopenhagener Stadtteils Christianshavn und riefen den Freistaat Christiania aus, das "Paradies der Verlierer". Durch freien Verkauf von „weichen“ Drogen, freien Sex, die Ablehnung von Grundbesitz und dem Anspruch, Lebensentwürfe im Einklang mit der Natur und abseits der bürgerlichen Norm zu realisieren gewann Christiania weltweit an Anziehungskraft. Eine konsensdemokratische Verwaltung regelt interne Konflikte und koordiniert die Infrastruktur. Trotz aufreibender Kämpfe um Selbstbestimmung tolerierte die Stadtverwaltung Christiania über Jahrzehnte als ein soziales Experiment. Erst im Zuge der aktuellen Stadtentwicklung nehmen die Begehrlichkeiten auf den Baugrund am Wasser zu. Die geplante (Teil-)Privatisierung und Bebauung des Geländes mit Eigenheimen kündigen das endgültige Aus des Freistaats an.
Ausgehend von der Überlegung, dass eine andere Gesellschaftsform sich eine eigene Raumordnung schafft, dokumentieren Dellbrügge & de Moll in ihren Fotografien die Bricolage-Architektur Christianias von Buckminster-Fuller-Adaptionen zu Henry David-Thoreau-Hütten. Sie bilden Christiania als Heterotopie ab, mit eigenen Regeln und einer eigenen Ästhetik. Das Künstlerduo analysiert die Schlüsselmotive des Handelns: die Gegensätze von Arbeit und Muße, Autonomie und Anpassung, Ordnung und Unordnung, Provokation und Projektion.