Professur für Neue Medien, Hochschule für Bildende Künste, Dresden
Dokumentarfilme (Auswahl) / documentary films (selection):
1993 Zeit der
Götter, Der Bildhauer Arno Breker
1995 Dürers Erben
1998 Das Meisterspiel
2004 Das Netz
Einzelausstellungen (Auswahl) / solo exhibitions (selection):
2006 Lutz
Dammbeck, Akademie der Künste, Berlin
Gruppenausstellungen (Auswahl) / group shows (selection):
2009 Deutsche
Kunst 1945 – 1989, Los Angeles County Art Museum, Los
Angeles
2006 Paranoia, Akademie der Künste, Berlin
2006 Be Here Now, Heiner-Müller-Werkstatt,
Berlin
2006 SNAFU, Hamburger Kunsthalle, Hamburg
2006 40jahrevideokunst.de - Revision.ddr,
Museum der Bildenden Künste,
Leipzig
2005 Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung Kunst-Werke,
Berlin, Neue Galerie, Graz
2004 Berlin-Moskau / Moskau-Berlin 1950-2000 Tretjakov
Gallery, Moskau
2000 Dein Wille geschehe..., Haus am Waldsee, Berlin
1998 Deutschlandbilder,
Martin Gropius Bau, Berlin
Lutz Dammbeck zeigt eine Versuchsanordnung, die als kybernetisches Weltmodell und Experimentallabor für Verhaltensforschung konzipiert ist. Im Mittelpunkt der Installation steht der Nachbau einer Maschine, die von einer Gruppe Wissenschaftler unter Leitung von Nicholas Negroponte am M.I.T. für die Ausstellung „SOFTWARE. Information technology: its new meaning for art“ gebaut wurde, die 1970 in New York stattfand. Die Konzeption der Ausstellung war von Kybernetik und Systemtheorie beeinflusst und wollte Konzeptkunst mit neuen Technologien zusammenbringen. Die Maschine wird von einem kleinen Allzweckrechner in Betrieb gehalten. Ein computergesteuerter Roboterarm ist Herr über eine Stadt aus Aluminiumwürfeln, die in einem bestimmten Grundriss angeordnet sind, der im Rechner gespeichert ist. Die Würfel bilden gleichzeitig das Aktionsfeld und den Lebensraum einer kleinen Gruppe von mongolischen Wüstenrennmäusen, die gegen die Würfel stoßen und deren Aufbau zerstören. Das Ergebnis ist Chaos und ein beträchtlicher Unterschied zwischen der dreidimensionalen Wirklichkeit und dem gespeicherten Grundriss im Computer. Dessen Aufgabe sollte es nun sein, aus den Abweichungen Muster für eine Vorhersage des Verhaltens der Tiere zu entwickeln. Die Ausstellung selbst war allerdings ein Desaster, denn die meisten der technik- und computerbasierten Arbeiten funktionierten nur mangelhaft, und viele der von Negroponte eingesetzten Mäuse starben an Stress.
In Dammbecks Erinnerungsarbeit erscheinen Ausstellung und teilnehmende Künstler nun aber nicht nur als Künder und Propagandisten von kybernetischen Weltmodellen, künstlicher Intelligenz und Entgrenzungen aller Art, sondern auch als „guinea pigs“ und „cheerleader“ einer wissenschaftlich-technologischen Weltordnung nach amerikanischem Muster. Das verbindet sie mit Charles Manson und seiner „Familiy“ als Teil der Hippie-„Populationen“, die in Haight-Ashbury und andernorts auch als Forschungsobjekte für verhaltenswissenschaftliche Studien dienten. Einige dieser Studien orientierten sich an den Ergebnissen von Stress-Experimenten mit Ratten: unter welchen Bedingungen entsteht in einer Population eine so genannte „kritische Masse“, die gewalttätig reagiert. Charles Manson lebte 1967 für einige Monate in Haight Ashbury und scharte dort erste „Family“-Gefolgsleute um sich.