Lucas Cranach d. Ä., Maler der Reformation

15. September 2017 bis 7. Januar 2018

Das Jahr 2017 steht im Zeichen des 500-jĂ€hrigen ReformationsjubilĂ€ums. Um dieses bedeutende Ereignis entsprechend zu wĂŒrdigen, ist noch bis zum 07. Januar 2018 die PrĂ€sentation »Lucas Cranach d. Ä., Maler der Reformation« in der Sammlung Alte Meister zu sehen.

Der NĂŒrnberger Humanist Christoph Scheurl beschrieb Lucas Cranach d. Ä. in einem Brief an denselben bereits 1509 aufgrund seines Talents und seiner vorbildhaften Tugenden euphorisch als einen der bedeutendsten zeitgenössischen KĂŒnstler: „Wahrlich, wenn ich den einzigen Albrecht DĂŒrer, meinen Landsmann, dieses unzweifelhafte Genie, ausnehme, so gewĂ€hrt [
] nur Dir unser Jahrhundert den ersten Platz in der Malerei“.[1]

Geboren um 1472 in Kronach wurde Cranach d. Ä. 1505 von Friedrich dem Weisen als Hofmaler nach Wittenberg berufen, wo er beinahe ununterbrochen 50 Jahre fĂŒr die sĂ€chsischen KurfĂŒrsten arbeitete. In seiner florierenden Werkstatt fĂŒhrte er zahlreiche reprĂ€sentative AuftrĂ€ge aus, darunter eine große Anzahl von HerrscherportrĂ€ts der sĂ€chsischen Regenten. FĂŒr seine Verdienste verlieh ihm der KurfĂŒrst 1508 ein Wappen, das eine geflĂŒgelte Schlange mit Rubinring im Maul zeigt, welches Cranach d. Ä. fortan als Signet seiner GemĂ€lde und GĂŒtesiegel nutzte. DarĂŒber hinaus war er als Grafiker, Buchdrucker, Politiker und Unternehmer tĂ€tig, wurde auch außerhalb seines kĂŒnstlerischen Schaffens ein erfolgreicher und einflussreicher BĂŒrger Wittenbergs. So erwarb er 1512 die Lizenz zum Weinverkauf, war Ratsmitglied und KĂ€mmerer der Stadt, besaß eine Druckerei (zwischen 1522 und 1526) und ab 1520 eine Apotheke, deren Sortiment auch Luxuswaren wie GewĂŒrze, Zucker und Wachs aufwies.           

Durch seine enge Freundschaft mit Martin Luther und durch die innovative protestantische Bildsprache seiner Werke trug Cranach d. Ä. wesentlich zur Verbreitung der neuen Lehre bei und nahm Einfluss auf die Reformation in Deutschland. Mit seinen in großer Zahl produzierten PortrĂ€ts von Martin Luther und Philipp Melanchthon prĂ€gte er maßgeblich das Bildnis der beiden Reformatoren. 1519 illustrierte er FlugblĂ€tter, in denen die Politik der katholischen Kirche scharf kritisiert wurde. Nichtsdestotrotz nahm er gleichzeitig weiterhin wichtige AuftrĂ€ge fĂŒr altglĂ€ubige WĂŒrdentrĂ€ger, wie Kardinal Albrecht von Brandenburg, an und schuf Bilderzyklen mit traditionellen katholischen Themen. Um ab Mitte der 1520er Jahre die Vielzahl von AuftrĂ€gen bewĂ€ltigen zu können, entwickelte er in seiner Werkstatt standardisierte AblĂ€ufe und eine exakte Verteilung der Aufgaben unter den geschulten Mitarbeitern. Cranachs enorme ProduktivitĂ€t und schnelle Arbeitsweise brachten ihm die Bezeichnung pictor celerrimus (schnellster Maler) ein.      

Nach seinem Tod 1553 in Weimar fĂŒhrte sein Sohn Lucas Cranach d. J. den Werkstattbetrieb fort.


[1] Zit. nach Heinz LĂŒdecke (Hrsg.), Lucas Cranach d. Ä. im Spiegel seiner Zeit, Berlin 1953, S. 49.

FĂŒhrungen und aktuelle Termine

Mi, 04. Oktober 2017, 12-12:30 Uhr: Lucas Cranach d. Ä.: Friedrich der Weise, Johann der BestĂ€ndige und Johann Friedrich der GroßmĂŒtige,  KurfĂŒrsten von Sachsen, mit  Kuratorin Dr. Sandra Pisot

Mi, 18. Oktober 2017, 12-12:30 Uhr: Franz Timmermann: SĂŒndenfall und Erlösung, mit Kuratorin Dr. Sandra Pisot

Do, 26. Oktober 2017, 18-19 Uhr: Lucas Cranach d. Ä., Maler der Reformation, mit Kuratorin Dr. Sandra Pisot

Mi, 15. November 2017, 12-12:30 Uhr: Lucas Cranach d. Ä.: Christus segnet die Kinder, mit Kuratorin Dr. Sandra Pisot

Mi, 13. Dezember 2017, 12-12:30 Uhr: Lucas Cranach d. J.: Caritas, mit Kuratorin Dr. Sandra Pisot