Lucas Cranach d. √Ą., Maler der Reformation

15. September 2017 bis 16. Januar 2018

Das Jahr 2017 stand im Zeichen des 500-j√§hrigen Reformationsjubil√§ums. Um dieses bedeutende Ereignis entsprechend zu w√ľrdigen, ist noch bis zum 17. Januar 2018 die Pr√§sentation ¬ĽLucas Cranach d. √Ą., Maler der Reformation¬ę in der Sammlung Alte Meister zu sehen.

Der N√ľrnberger Humanist Christoph Scheurl beschrieb Lucas Cranach d. √Ą. in einem Brief an denselben bereits 1509 aufgrund seines Talents und seiner vorbildhaften Tugenden euphorisch als einen der bedeutendsten zeitgen√∂ssischen K√ľnstler: ‚ÄěWahrlich, wenn ich den einzigen Albrecht D√ľrer, meinen Landsmann, dieses unzweifelhafte Genie, ausnehme, so gew√§hrt [‚Ķ] nur Dir unser Jahrhundert den ersten Platz in der Malerei‚Äú.[1]

Geboren um 1472 in Kronach wurde Cranach d. √Ą. 1505 von Friedrich dem Weisen als Hofmaler nach Wittenberg berufen, wo er beinahe ununterbrochen 50 Jahre f√ľr die s√§chsischen Kurf√ľrsten arbeitete. In seiner florierenden Werkstatt f√ľhrte er zahlreiche repr√§sentative Auftr√§ge aus, darunter eine gro√üe Anzahl von Herrscherportr√§ts der s√§chsischen Regenten. F√ľr seine Verdienste verlieh ihm der Kurf√ľrst 1508 ein Wappen, das eine gefl√ľgelte Schlange mit Rubinring im Maul zeigt, welches Cranach d. √Ą. fortan als Signet seiner Gem√§lde und G√ľtesiegel nutzte. Dar√ľber hinaus war er als Grafiker, Buchdrucker, Politiker und Unternehmer t√§tig, wurde auch au√üerhalb seines k√ľnstlerischen Schaffens ein erfolgreicher und einflussreicher B√ľrger Wittenbergs. So erwarb er 1512 die Lizenz zum Weinverkauf, war Ratsmitglied und K√§mmerer der Stadt, besa√ü eine Druckerei (zwischen 1522 und 1526) und ab 1520 eine Apotheke, deren Sortiment auch Luxuswaren wie Gew√ľrze, Zucker und Wachs aufwies. ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†

Durch seine enge Freundschaft mit Martin Luther und durch die innovative protestantische Bildsprache seiner Werke trug Cranach d. √Ą. wesentlich zur Verbreitung der neuen Lehre bei und nahm Einfluss auf die Reformation in Deutschland. Mit seinen in gro√üer Zahl produzierten Portr√§ts von Martin Luther und Philipp Melanchthon pr√§gte er ma√ügeblich das Bildnis der beiden Reformatoren. 1519 illustrierte er Flugbl√§tter, in denen die Politik der katholischen Kirche scharf kritisiert wurde. Nichtsdestotrotz nahm er gleichzeitig weiterhin wichtige Auftr√§ge f√ľr altgl√§ubige W√ľrdentr√§ger, wie Kardinal Albrecht von Brandenburg, an und schuf Bilderzyklen mit traditionellen katholischen Themen. Um ab Mitte der 1520er Jahre die Vielzahl von Auftr√§gen bew√§ltigen zu k√∂nnen, entwickelte er in seiner Werkstatt standardisierte Abl√§ufe und eine exakte Verteilung der Aufgaben unter den geschulten Mitarbeitern. Cranachs enorme Produktivit√§t und schnelle Arbeitsweise brachten ihm die Bezeichnung pictor celerrimus (schnellster Maler) ein.¬†¬†¬† ¬†¬†

Nach seinem Tod 1553 in Weimar f√ľhrte sein Sohn Lucas Cranach d. J. den Werkstattbetrieb fort.


[1] Zit. nach Heinz L√ľdecke (Hrsg.), Lucas Cranach d. √Ą. im Spiegel seiner Zeit, Berlin 1953, S. 49.