Von der Schönheit der Linie

Stefano della Bella als Zeichner

25. Oktober 2013 bis 26. Januar 2014
Kuppelsaal

Stefano della Bella (1610 – 1664)  Sechs Frauen als Allegorien der Wissenschaften
Stefano della Bella (1610 – 1664), Sechs Frauen als Allegorien der Wissenschaften (Vorzeichnung für das Thesenblatt mit Wappen der Medici), 1650er Jahre, Feder in Braun über schwarzem Stift, grau laviert, 184 x 144 mm, © Hamburger Kunsthalle / bpk, Photo: Christoph Irrgang

Stefano della Bella (1610-1664) zählt zu den wichtigsten italienischen Graphikern und Zeichnern des 17. Jahrhunderts. Während sein Radierwerk bereits mehrfach Gegenstand umfangreicher Retrospektiven gewesen ist, fand sein ebenso
qualitätvolles zeichnerisches Œuvre bislang keine vergleichbare Würdigung. Die Ausstellung „Von der Schönheit der Linie" der Hamburger Kunsthalle stellt den Florentiner Zeichner mit gut 100 hochrangigen Werken aus bedeutenden europäischen Sammlungen in all seinen Facetten vor.

Aus della Bellas Biographie sind nur wenige Eckpfeiler bekannt. Lebensstationen in Florenz, Rom und Paris sowie namhafte Auftraggeber wie die Medici und die französischen Könige lassen lediglich erahnen, welche Bedeutung er zu Lebzeiten hatte. Umso mehr erzählt uns sein Werk: Stefano della Bella war wie kaum ein anderer ein wacher Beobachter seiner Zeit. Sein außerordentlich breites Themenspektrum reicht von bedeutenden politischen Ereignissen und den bahnbrechenden Entdeckungen Galileis bis hin zu Theater-Kostümen sowie verblüffenden Entwürfen für Trinkgefäße und Ornamente. Besonders einfühlsam aber widmete sich der Künstler den Menschen in ihrer Alltagswelt.

Stefano della Bellas Zeichnungen feiern die Schönheit der Linie, beeindrucken durch unerschöpfliche Fantasie und bezaubern mit Eleganz und Leichtigkeit. Selbst die kleinsten Formate in dieser Ausstellung ermöglichen faszinierende Entdeckungen. Feine, präzise und doch lockere Federzüge sind das Markenzeichen seiner Zeichnungen. Mit pointierten Lavierungen verleiht der Künstler seinen Blättern Atmosphäre. So entstehen eigenständige Meisterwerke der Zeichenkunst, deren Zauber bis heute zu spüren ist.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Gabinetto Disegni e Stampe degli Uffizi in Florenz, das auch Hauptleihgeber ist. Die weiteren Exponate kommen aus bedeutenden internationalen Sammlungen wie dem Louvre, Paris, dem British Museum, London,  dem Royal Collection Trust, dem Berliner Kupferstichkabinett, dem Istituto
Nazionale per la Grafica, Rom und dem Städel Museum, Frankfurt am Main.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Imhof Verlag (296 Seiten mit zahlreichen Abbildungen), erhältlich für 29,80 € in den Museumsshops.

Kurator: Dr. David Klemm

 

Mit freundlicher Unterstützung durch

  • Hermann Reemtsma Stiftung
  • Stiftung Ratjen
  • Tavolozza Foundation
  • Freunde des Hamburger Kupferstichkabinetts  e.V.
  • Stefano della Bella (1610 – 1664)  Sechs Frauen als Allegorien der Wissenschaften
  • Stefano della Bella (1610 – 1664)  Ansicht des Vespasian-Tempels mit dem  Forum Romanum, um 1654
  • Stefano della Bella (1610 – 1664)  Der Tod verfolgt einen Mann,  1650er Jahre
  • Stefano della Bella (1610 – 1664)  Mehrere Figuren im Wind, o. D.
  • Stefano della Bella (1610 – 1664)  Studie eines toten Elefanten, 1655
  • Stefano della Bella (1610 – 1664)  Der Sonnengott, Kostümstudie für die Oper  “Hypermestra”, um 1658

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