Paul Klee. Engel
26. April bis 7. Juli 2013
Hubertus-Wald-Forum

Paul Klee. Daemonie, 1939, 897, Aquarell, Tempera und Bleistift auf Grundierung auf Papier auf Karton. 20,9 x 32,8 cm. Zentrum Paul Klee, Bern
Paul Klees Engel gehören zu den beliebtesten Werken des Künstlers. Sie sprechen nicht nur Kunstliebhaber an, sondern haben auch als poetische Lebenshelfer eine hohe Popularität gewonnen. Als geflügelte Mischwesen, halb Mensch halb Himmelsbote, repräsentieren sie eine Übergangsform zwischen irdischer und überirdischer Existenz, die dem aktuellen Bedürfnis nach Spiritualität entgegen kommt, zugleich aber auch die moderne Skepsis gegenüber Religion und Glaubensfragen reflektiert. Die meisten der rund 80 Engel entstanden in Klees letzten Lebensjahren zwischen 1938 und 1940 und sind Ausdruck seiner damaligen Lebenssituation. Sie lassen erkennen, wie Klee sich am Übergang vom Leben zum Tod empfand, sie zeigen Angst und Bedrohung, aber auch intellektuelle Distanz, Witz und Heiterkeit. Nicht selten geraten Klees Engel aber auch in die Nähe des Teufels: Luzifer und Leviathan, Mephisto und „Chindlifrässer" sind diabolische Figuren, die Klee unmittelbar bei seinen Engeln ansiedelt und ihnen manchmal sogar deren Gestalt gibt. Diese Nähe von Engeln und Teufeln entspricht Klees Philosophie eines Ausgleichs der Kräfte, die den Gegensatz von Gut und Böse nicht kennt, sondern die Relativität moralischer Wertvorstellungen vertritt. Die Ausstellung versammelt erstmals annähernd alle Engelbilder Klees. Sie umfasst rund 80 Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Gemälde.
Ergänzt wird die Präsentation durch Werke aus dem reichen Bestand der Hamburger Kunsthalle mit Engelsdarstellungen vom Mittelalter bis heute. Ein Gang durch die Bildgeschichte geflügelter Wesen macht anschaulich, wie Paul Klee zum einen aus ihr schöpft und sich zum anderen von ihr absetzt: Seine Engel haben ihren Grund in der Tradition, sprechen aber eine individuelle, persönliche Sprache.
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum Paul Klee, Bern, und dem Museum Folkwang, Essen.
Kuratorin: Dr. Karin Schick