Selbstbildnisse, Familienbilder und Bildnisse

  • Max Liebermann (1847-1935) Die Enkelin mit der Kinderfrau beim Spiel, 1919
    Max Liebermann (1847-1935)
    Die Enkelin mit der Kinderfrau beim Spiel, 1919
  • Max Liebermann, Bürgermeister Petersen
    Max Liebermann, Bürgermeister Petersen, 1891
  • Max Liebermann (1847 - 1935) Die Gattin des Künstlers am Strand - Martha Liebermann am Strand, 1895
    Max Liebermann (1847 - 1935)
    Die Gattin des Künstlers am Strand, 1895

Liebermanns zahlreiche Selbstbildnisse entstanden nach 1900. Erst das ehrenvolle Begehren der Uffizien in Florenz 1902, ein Liebermann-Porträt in ihre berühmte Sammlung von Künstlerselbstbildnissen aufnehmen zu wollen, scheint sein malerisches Interesse an der eigenen Person geweckt zu haben.
In seinem großen Selbstbildnis der Hamburger Kunsthalle hat er die Darstellung der malerischen Aktion vermieden. Die Nachdenklichkeit, die in diesem Selbstbildnis bei aller demonstrativen Gelassenheit zu spüren ist, ist das Ergebnis von Selbstbeobachtung und Repräsentation, die Liebermanns nüchterne Selbstbildnisse bis ins hohe Alter auszeichnen. Liebermanns unromantische Sicht spiegelt sich in den Darstellungen seines Ateliers. Diese waren Arbeitsräume. Das zeig die Darstellung des Ateliers in seinem Sommerhaus in Wannsee 1932, dessen „Ungemütlichkeit" den Besuchern auffiel. Dabei entstanden hier nicht nur die zahlreichen Gartenbilder, sondern auch eine Vielzahl von Zeichnungen, Pastellen und Gemälden, die das private Leben der Familie Liebermann am Wannsee veranschaulichen. Mit den Darstellungen seiner Enkelin Maria gelangen Liebermann besonders liebevolle Schilderungen des Kindes in seiner natürlichen Umgebung.

Viele Jahre malte Liebermann Porträts nur nebenbei. Der erste bedeutende Auftrag kam von Alfred Lichtwark: Liebermann sollte 1891 den beliebten Hamburger Bürgermeister Petersen porträtieren. Die Kritik am fertigen Bildnis war niederschmetternd. Vor allem die ungeschönte Darstellung des Alters wurde als skandalös empfunden. Der Porträtierte ließ sich auf dem Sterbebett das Versprechen abnehmen, das Bildnis niemals in der Kunsthalle auszustellen. 14 Jahre lang blieb es hinter einem Vorhang verborgen.
Während die deutsche Kritik noch 1892 "mit Schaudern" registrierte, dass sich der „Apostel des Hässlichen" auf die Bildnismalerei geworfen habe, reagierte man im Ausland positiv. So wurde das Petersen-Bildnis 1893 im Pariser Salon gefeiert und sein Pastell-Bildnis von Gerhart Hauptmann auf der ersten Biennale in Venedig 1895 mit einem Preis ausgezeichnet. Nach 1900 folgten die zahlreichen Porträtaufträge für die Sammlung der Kunsthalle, gekrönt vom „Großauftrag" des Hamburgischen Professorenkonvents 1905.

 

Zurück