Bürgerliches Freizeitvergnügen

  • Max Liebermann (1847-1935) Reiter und Reiterin am Strand, 1903
    Max Liebermann (1847-1935)
    Reiter und Reiterin am Strand, 1903
  • Max Liebermann (1847 -1935) Abend am Uhlenhorster Fährhaus, 1910
    Max Liebermann (1847 -1935)
    Abend am Uhlenhorster Fährhaus, 1910
  • Max Liebermann (1847-1935) In den Zelten, 1900/22
    Max Liebermann (1847-1935)
    In den Zelten, 1900/22


Ab den 1890er Jahren macht sich im Werk von Max Liebermann ein thematischer Wandel bemerkbar.
Hatte der Künstler zu Beginn seines künstlerischen Weges der arbeitenden Bevölkerung bei ihren alltäglichen Verrichtungen zugesehen, so interessierte er sich jetzt für Motive des bourgeoisen Freizeitvergnügens. Die Themenwahl scheint sich nun mit den Lebensgewohnheiten des Künstlers zu decken. So folgt Liebermann den Bürgern bzw. Großbürgern nicht nur an den Strand, auf das Polofeld oder auf die Pferderennbahn, sondern beobachtet diese immer häufiger auf den Terrassen von Restaurants, in Biergärten und Parkanlagen. Das Licht ist es nun, welches als entscheidender Akteur in Liebermanns Bildwelten in Erscheinung tritt und impressionistische Effekte stiftet. Dies zeigt sich insbesondere an den charakteristischen Sonnenflecken am Boden, die in Verbindung mit der ausnehmend frisch anmutenden Malweise eine besondere Lebendigkeit evozieren. Doch entgegen den französischen Impressionisten, die auch die Gegenstände ihrer Kompositionen im flirrenden Licht auflösten, bleiben auf Liebermanns Gemälden nicht nur deren Konturen, sondern auch deren gegenständliche Qualitäten weitestgehend erhalten.

Mit den Szenen badender, spazierender und reitender Sommergäste vor einer maritimen Kulisse veränderte sich auch das Personal und die Malweise Liebermanns. So gelang es ihm, in einem Bild wie Reiter und Reiterin am Strand den Ausritt eines distinguierten Paares mit leichter Pinselführung zu erfassen oder ähnlich treffend die Bewegung von Mensch und Tier in Pferdeknechte am Strand einzufangen.

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