Sammlungspräsentation

Kunst der 50er Jahre

verlängert bis 12. Mai 2013
Altbau, Kuppelsaal

Kunst der 1950er Jahre, © Hamburger Kunsthalle, Photo: Kay Riechers
Kunst der 1950er Jahre, © Hamburger Kunsthalle, Photo: Kay Riechers


Die Hamburger Kunsthalle verfügt über einen überaus qualitätvollen Bestand an Gemälden und Skulpturen, die in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden sind. Aus Platzgründen kann diese wichtige Sammlung nur selten der Öffentlichkeit gezeigt werden. Es ist dem damaligen Direktor, Alfred Hentzen, zu verdanken, dass diese Werke erworben wurden. Hentzen leitete vor seiner Berufung nach Hamburg die renommierte Kestner-Gesellschaft in Hannover, in der er gleich nach dem Zweiten Weltkrieg die neuesten Entwicklungen in der Kunst präsentierte. Fast alle später bedeutenden Künstler, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, Italien und den USA, hatten hier ihre ersten großen Ausstellungen. Als Direktor der Hamburger Kunsthalle konnte Hentzen nun Werke dieser Künstler erwerben, wobei auffallend ist, dass er dabei fast ausschließlich jeweils nur eine Arbeit eines Künstlers kaufte, die jedoch das künstlerische Werk herausragend repräsentiert. Sein Nachfolger, Werner Hofmann konnte diesem Sammlungsbestand noch einige weitere wichtige Arbeiten hinzufügen, so dass er als einer der qualitätsvollsten in Deutschland zu gelten hat.

In Deutschland brach zu Beginn der 50er Jahre in der Kunstwelt ein heftiger Streit aus zwischen den figürlich arbeitenden Künstler und denen, die sich vom Gegenstand gelöst hatten und abstrakt malten. Hentzen bezog mit seinen Erwerbungen ganz klar Stellung für die neue Abstraktion, die sich neben Deutschland vor allem in Frankreich entwickelt hatte und dort unter dem Begriff ‚Ecole de Paris' international Furore machte. Gemälde von Jean Bazaine, Alfred Manessier, Serge Poliakoff, Pierre Soulages sowie dem aus Deutschland stammenden Hans Hartung, zeigen die unterschiedlichen Ausprägungen der französischen Malerei, die weltweit eine Künstlergeneration beeinflusste. Diese Maler standen in Frankreich denen entgegen, die sich mit dem damals viel diskutierten Existenzialismus auseinander setzen, wie Jean Dubuffet und die Bildhauerin Germaine Richier, der in Paris lebenden Deutsche Wols oder sein Schweizer Kollege Alberto Giacometti.

In Deutschland waren es Maler wie Willi Baumeister, Ernst Wilhelm Nay oder Fritz Winter oder der Bildhauer Hans Uhlmann, die der Kunst der noch jungen Bundesrepublik neue Impulse gaben. So war Nays „Akkord in Rot und Blau" von 1958 farbig auf dem Schutzumschlag der 3. Auflage von Werner Haftmanns epochalem Buch Malerei im 20. Jahrhundert prominent reproduziert. Der Hamburger Maler Reinhard Drenkhahn, der sich 1959, kurz vor seinem künstlerischen Durchbruch, das Leben nahm, zeigt, dass auch in Hamburg die Malerei der 50er Jahre eigene Wege gegangen ist. Ebenso, wie die englischen Künstler Francis Bacon und Henry Moore sowie den damals noch jungen David Hockney.Mit Werken der US-Amerikanischen Künstler Sam Francis und Alexander Calder kam durch Hentzens Erwerbungen erstmalig deren Kunst in die Sammlung eines deutschen Museums.

In Kuppelsaal der Hamburger Kunsthalle sind 23 Werke aus der noch deutlich umfangreicheren Sammlung von Kunst der 50er so inszeniert, dass Malerei und Plastik eine Symbiose eingehen. Mit dieser Präsentation verabschiedet sich Dr. Ulrich Luckhardt als langjähriger Kurator an der Hamburger Kunsthalle von deren Besuchern.

  • Kunst der 1950er Jahre, © Hamburger Kunsthalle, Photo: Kay Riechers
    Kunst der 1950er Jahre
  • Kunst der 1950er Jahre, © Hamburger Kunsthalle, Photo: Kay Riechers
    Kunst der 1950er Jahre
  • Kunst der 1950er Jahre, © Hamburger Kunsthalle, Photo: Kay Riechers
    Kunst der 1950er Jahre
  • Kunst der 1950er Jahre, © Hamburger Kunsthalle, Photo: Kay Riechers
    Kunst der 1950er Jahre

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