Arbeit und Alltag

  • Peder Severin Krøyer Italienische Dorfhutmacher. Sora, 1880
    Peder Severin Krøyer
    Italienische Dorfhutmacher, Sora, 1880
    Öl auf Leinwand, 135,3 x 107 cm
    Die Sammlung Hirschsprung
  • Anna Ancher Zwei Alte, die Möwen rupfen. Lars Gaihede und die alte Lene, um 1883
    Anna Ancher, Zwei Alte, die Möwen rupfen. Lars Gaihede
    und die alte Lene
    , um 1883
    Öl auf Leinwand, 66,2 x 100,8 cm
    Die Sammlung Hirschsprung

 

Peder Severin Krøyer, Italienische Dorfhutmacher. Sora, 1880

    
Die von nationalromantischen Ideen geprägte dänische Malerei erlebte auf der Pariser Weltausstellung von 1878 ihr Fiasko. Im gleichen Jahr nahm Peder Severin Krøyer sein zweijähriges Studium bei Léon Bonnat in Paris auf. Unter dem Eindruck des französischen Realismus änderte sich seine Malweise entscheidend. Sein Duktus wurde dynamischer und mit der pastos gesetzten Farbe steigerte er den malerischen Ausdruck seiner Bilder. Mit seinem Bild Italienische Dorfhutmacher von 1880 gelang Krøyer der Durchbruch im Pariser Salon. In Kopenhagen erregte sich das bürgerliche Publikum über den Schweißtropfen an der Nase des alten Arbeiters, während ein Kunstkritiker das Bild als „Wendepunkt in der dänischen Kunstgeschichte" bezeichnete. Tatsächlich hatte ein frischer Wind die junge Generation der dänischen Künstler erfasst und ihre Aufmerksamkeit auf die unmittelbare Wirklichkeit gelenkt. Das galt besonders auch für die Malerinnen und Maler, die sich um 1880 in Skagen niederließen, um das einfache Leben ihrer Bewohner und die elementare Landschaft darzustellen. Als Einheimische war Anna Ancher mit dem Alltag in den dörflichen Häusern vertraut, den sie mit realistischem Blick, wie in ihrem ersten größeren Arbeitsbild Zwei Alte, die Möwen rupfen (1883) erfasste.

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