Alice

22. Juni bis 30. September 2012
Galerie der Gegenwart, 1. und 2. Etage

Einführung


Anonym Charles L. Dodgson (Lewis Carroll), 1852-1860 Albumen print, 197 x 146 mm © National Portrait Gallery, London
Anonym Charles L. Dodgson (Lewis Carroll), 1852-1860 Albumen print, 197 x 146 mm © National Portrait Gallery, London

Zum ersten Mal überhaupt widmet sich eine Ausstellung dem wegweisenden Buch des 19. Jahrhunderts und zeichnet seine bis heute andauernde Entstehungs-, Erfolgs- und Rezeptionsgeschichte nach.

Die Ausstellung beginnt mit Werken von Lewis Carroll (mit bürgerlichem Namen Charles Lutwidge Dodgson, 1832-1898), dem Mathematikprofessor, Schriftsteller, Photographen und Kunstsammler. Sie setzt sich fort mit wegweisenden Illustrationen, dokumentiert ebenso Theaterinszenierungen wie auch Filme. Von ersten freien bildkünstlerischen Werken des späten 19. Jahrhunderts ausgehend, hat sie einen Schwerpunkt im Surrealismus. Denn besonders Max Ernst, René Magritte und Salvador Dalí fühlten sich durch Alice bestärkt in ihrer Suche nach dem Phantastischen. Sie setzt sich fort mit Künstlern der 1960er und 1970er Jahre, die sich mit ihrem Streben nach Bewusstseinserweiterung wie auch mit ihrem neuen Verständnis der Wechselbeziehung von Sprache und Bild auf Lewis Carroll bezogen. Schließlich zeigen Arbeiten zeitgenössischer Künstler von Stephan Huber, Anna Gaskell, Kiki Smith und Pipilotti Rist, dass die Faszination an Alice bis heute ungebrochen ist.

Hinter der scheinbar einfachen Kindergeschichte Alice im Wunderland steckt ein komplexes Puzzle von mannigfachen Bezügen in die Geistesgeschichte, Mathematik und Logik. Philosophische Tiefe entwickelt der Roman in höchst unterhaltsamer Form. Dabei wird auch dem Nonsens, der A-Logik und dem Absurden, gewürzt mit Witz und Ironie, ein prominenter Platz eingeräumt. Die verwirrende, phantasievolle Traumwelt stellt so in einer spielerischen und intelligenten Form existentielle Fragen über Individualität und Selbsterkenntnis, Raum und Zeit, über das Verhältnis von literarischer Fiktion und empirischer Realität, sowie über die Funktion und Macht der Sprache. So ist Alice per se zu einer Metapher für künstlerisches Engagement und Sinnsuche geworden.  

Der Audioguide zur Ausstellung nimmt die Besucher mit in das Wunderland der Kunst und bereichert den Ausstellungsbesuch nicht nur durch Erläuterungen, Hintergrundinformationen, Kommentare und Zeitreisen, sondern auch durch zahlreiche Textpassagen aus Lewis Carrolls Werk.

 

Einführung

 

 

Dorothea Tanning, Eine kleine Nachtmusik, 1943

 

 

Mel Bochner, Measurement: Perimeter (Ask Alice) 9 feet high 1969/2011

 

 

Illustrationen: John Tenniel, Alice in Wonderland
  • Illustrationen: John Tenniel, Alice in Wonderland

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