Verwandlung der Welt

Die romantische Arabeske

21. März bis 15. Juni 2014

 

Carl Julius Milde  (1803 - 1875)  Weiblicher Akt in einer Ranke, um 1834
Carl Julius Milde (1803 - 1875), Weiblicher Akt in einer Ranke, um 1834, © Privatsammlung, Photo: Engelbert Seehuber, München

Zum ersten Mal widmet sich unter dem Titel Verwandlung der Welt eine Ausstellung der Arabeske in der Romantik. Im 18. Jahrhundert erhebt Friedrich Schlegel (1772-1829) das verschlungene Spiel der Arabeske zum Strukturprinzip aller Dichtung. Die Arabeske verbindet die Teile einer als zerfallen erfahrenen Welt. Ihre Form dominiert den Gegenstand. Dieser umfassende Anspruch wird ihr auch in der bildenden Kunst zugesprochen: Sie ist Ornament, Poesie und geistreiches Linienspiel. Anstatt sich im bloßen Zierrat an den Rändern von Bildern zu erschöpfen, sei es in Form von floralen Mustern oder verspieltem Rankenwerk, avanciert sie zu einem Bedeutungsträger ersten Ranges. Vom kosmologischen Weltentwurf bis zur Aktienumrahmung, vom hochkomplexen Roman bis zum Kinderlied, in Ölgemälden und in der Gebrauchsgraphik, auf Bucheinbänden oder an den Rändern von literarischen Texten – Dank ihrer Vielgestaltigkeit erscheint die Arabeske medienübergreifend. Als „älteste und ursprüngliche Form der menschli-
chen Fantasie" (Friedrich Schlegel) vermag sie unterschiedlichste Elemente in sich zu vereinen. Der romantischen Idee vom „Gesamtkunstwerk" Rechnung tragend, wird sie zur Signatur einer ganzen Epoche.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Schaffen eines der vielseitigsten Künstler des 19. Jahrhunderts und maßgeblichen Mitbegründer der Romantik, Philipp Otto Runge (1777-1810 ). In seinem Werk und Gedankenaustausch mit dem Dichter Clemens Brentano (1778-1842) erreicht das Gestaltungsprinzip der romantischen Arabeske einen Höhepunkt. Weitere Schwerpunkte bilden Werke des Nazareners Peter Cornelius (1783-1867) sowie die Arbeiten von Eugen Napoleon Neureuther (1806-1882), Moritz von Schwind (1804-1871) und Adolph Menzel (1815-1905). Anhand ihrer einschlägigen Werke wird der Aufstieg der Arabeske von einer randständigen, primär dekorativen Erscheinung hin zu einer alle Künste betreffenden Gestaltungsform nachgezeichnet.

Präsentiert werden rund 150 exemplarische Werke des 18. und 19. Jahrhunderts aus dem Bereich bildende Kunst und Literatur der deutschen Romantik. Die Gemälde, Zeichnungen, Drucke und Bücher stammen aus den reichen Romantiksammlungen der Hamburger Kunsthalle und des Frankfurter Goethe-Museums.

Die Ausstellung begleitet ein umfangreicher, über 400 Seiten umfassender Katalog (35 €), an dem sich zahlreiche renommierte Geisteswissenschaftler beteiligt haben. Er wurde ermöglicht durch die Ernst von Siemens Kunststiftung und ist in den Museumsshops und unter www.freunde-der-kunsthalle.de erhältlich.

In Kooperation mit dem Frankfurter Goethe-Museum/Freies Deutsches Hochstift.

Kurator: Dr. Jonas Beyer

 

Mit freundlicher Unterstützung durch
Klaus und Erika Hegewisch

  • Philip Otto Runge Stiftung
  • Kulturbehörde Hamburg
  • Carl Julius Milde (1803 - 1875)  Weiblicher Akt in einer Ranke, um 1834
    Carl Julius Milde
  • Philipp Otto Runge (1777-1810)  Der Kleine Morgen, 1808
    Philipp Otto Runge 
  • Philipp Otto Runge (1777-1810) Die Lehrstunde der Nachtigall (Zweite Fassung), 1804
    Philipp Otto Runge 
  • Armgart von Arnim (1821–1880) Oberon und Titanias Feenhuldigung, 1840–42/43
    Armgart von Arnim
  • Moritz von Schwind (1804-1871)  Die Symphonie, 1856
    Moritz von Schwind
  • Eugen Napoleon Neureuther  (1806 - 1882)  29 Juillet1830, 1831
    Eugen Napoleon Neureuther

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