Provenienzforschung - Einführung

Im Dezember 1998 wurden auf der Holocaust Konferenz in Washington elf Punkte verabschiedet. Die Museen der unterzeichnenden Staaten wurden aufgefordert, ihre Bestände bezüglich ihrer Herkunft zu überprüfen und festzustellen, ob sich darunter Kulturgegenstände befinden, die während des Nationalsozialismus unrechtmäßig enteignet worden sind.1999 bekräftigten die Bundesregierung, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände in der Berliner Erklärung diese Forderung und ermuntern die deutschen Sammlungen und ihre Rechtsträger die Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut insbesondere aus jüdischem Besitz aufzunehmen und fortzusetzen.

Im Oktober 2000 wurde in der Hamburger Kunsthalle diesen Aufforderungen Rechnung getragen und ein zeitlich befristetes Forschungsprojekt eingerichtet.

Die Kunstwerke der Hamburger Kunsthalle, die bis 1933 entstanden sind und die die Sammlung seit 1933 bis heute erhalten hat werden auf ihre Provenienz hin überprüft.

Die Untersuchung der Bestände der Hamburger Kunsthalle erstreckt sich über die Sammlungsbereiche:

# Gemälde mit lückenhafter Provenienz

# Handzeichnungen und Graphiken mit lückenhafter Provenienz

# Skulpturen

# Münzen und Medaillen

Die Aufarbeitung des Gemäldebestandes ist vorrangiges Ziel des Forschungsprojektes.
Es werden Ihnen auf den folgenden Seiten, die Werke vorgeführt, deren Provenienz lückenhaft sind, bzw. bisher nicht eindeutig zu klären waren. Es könnte sich dabei sowohl um Werke handeln, die während des Nationalsozialismus verfolgten Personen unrechtmäßig entwendet worden sind, als auch um reguläre Ankäufe, Schenkungen oder Vermächtnisse. Die hier aufgeführten Kunstwerke sind auch der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg gemeldet worden (www.lostart.de). Die Seiten werden abhängig von den Forschungsergebnissen aktualisiert.

Bei Fragen, Anregungen oder Kritik wenden Sie sich bitte an Dr. Ute Haug.
Tel.: 040  428 131 206, Fax: 040  428 54 2482, E-Mail: haug@hamburger-kunsthalle.de

Ute Haug: Schicksale von Kunstwerken - Provenienzforschung an der Hamburger Kunsthalle, in: Im Blickfeld. Die Jahre 2001/2002 in der Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2003, S. 20-23 ausführlich

 

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