1774
Caspar David Friedrich wird am 5. September in Greifswald als sechstes
von zehn Kindern des Seifensieders Adolf Gottlieb Friedrich und seiner
Frau Sophie Dorothea geboren. Diese stirbt bereits 1781.
1787
Der Bruder Johann Christoffer ertrinkt bei dem Versuch, den beim Schlittschuhlaufen
im Eis eingebrochenen Caspar David zu retten. Daraus folgt ein lebenslanges
Trauma des Künstlers.
1788–98
Unterricht bei Johann Gottfried Quistorp, Zeichenlehrer an der Universität
von Greifswald. Dieser vermittelt das Studium an der Kopenhagener Kunstakademie,
die zu ihrer Zeit als fortschrittlichste Akademie in Europa galt. Bis
1796 in der Klasse für Freihandzeichnen, dann in der Gips- und Modellklasse.
Seine Lehrer gehören zu den besten dänischen Malern der Zeit:
der Landschaftsmaler Christian August Lorentzen, der Portrait- und Landschaftsmaler
Jens Juel, der Historienmaler Nicolai Abildgaard. Malerei wird an der
Kopenhagener Akademie jedoch nicht gelehrt, deshalb sind von Friedrich
bis 1797 keine Ölgemälde bekannt.
1798
Übersiedlung nach Dresden. Friedrich verdient seinen Lebensunterhalt
mit Prospektmalerei, beeinflusst durch die Dresdener Maler Johann Christian
Klengel und Adrian Zingg.
1799
Erstmals auf der Jahresausstellung der Dresdener Akademie vertreten.
1801
März/April Reise nach Neubrandenburg, im Mai Aufenthalt in Greifswald.
Juni/August erste Rügenwanderung. Ein Jahr später hierauf die
zweite Rügenreise, der 1806 und 1818 weitere folgen. Es entstehen
Landschaftszeichnungen, in denen sich sein eigener Zeichenstil ankündigt.
Die bei den Reisen entstandenen Studien verarbeitet er später in
seinen Gemälden. Bekanntschaft mit Philipp Otto Runge.
1803
Sommerwohnung in Loschwitz bei Dresden. Friedrich zeigt Sepien in der
Ausstellung der Akademie. Runge erwirbt zwei Arbeiten. Erste Wanderung
nach Nordböhmen.
1805
Ohne sich an die von Goethe und Heinrich Meyer gestellte Preisaufgabe
zu halten, erhält Friedrich den halben Kunstpreis der Weimarischen
Kunstfreunde für zwei eingesendete Sepiablätter.
1806
Im Mai Reise nach Neubrandenburg, im Juni nach Greifswald. Im Herbst in
Dresden Bekanntschaft mit dem Naturforscher und Philosophen Gotthilf Heinrich
Schubert.
1807
August/September Wanderung durch Nordböhmen. Hinwendung zur Ölmalerei:
Ausblick in das Elbtal u. a.
1808
Weihnachten in Friedrichs Wohnung, Ausstellung des Tetschener Altars.
Durch die öffentliche Kritik des Kammerherrn Basilius von Ramdohr
gerät Friedrich in die Schlagzeilen. Der so genannte Ramdohr-Streit
führt zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung um die romantische
Kunst. Freunde Friedrichs wie der Maler Gerhard von Kügelgen verteidigen
das Werk. Freundschaft mit Heinrich von Kleist und dem Maler Georg Friedrich
Kersting.
1809
April/Juni wechselnder Aufenthalt in Greifswald und Neubrandenburg. Am
9. November stirbt der Vater.
1810
Wanderung durch das Riesengebirge mit Georg Friedrich Kersting. Friedrich
wird auswärtiges Mitglied der Königlichen Kunstakademie Berlin.
Am 18. September besucht Goethe Friedrich in seinem Atelier. Bekanntschaft
mit Johanna Schopenhauer. Im Herbst präsentiert er seine beiden Bilder
Mönch am Meer und Abtei im Eichwald (heute in der Nationalgalerie
Berlin) auf der Berliner Akademieausstellung. Die Werke werden vom preußischen
Kronprinzen erworben. Kleist veröffentlicht zum Mönch am Meer
seinen berühmt gewordenen Aufsatz „Empfindungen vor Friedrichs
Seelandschaft“. Friedrich steht auf dem Höhepunkt seiner Anerkennung
als Künstler. Seine wirtschaftliche und soziale Situation verbessert
sich spürbar.
1811
Im Juni Harzwanderung mit dem Bildhauer Gottlieb Christian Kühn.
Im Juli zu Gast bei Goethe in Jena. Es entsteht der Morgen im Riesengebirge.
1813
Französische Besatzung Dresdens. Friedrich hält sich im Elbsandsteingebirge
auf. Umgang mit Ernst Moritz Arndt in Dresden, dessen Feindschaft gegen
die französischen Besatzer er teilt. Das Gemälde Gräber
gefallener Freiheitskrieger von 1812 ist hierfür beispielhaft.
1814
Auf der vom russischen Generalgouverneur veranstalteten patriotischen
Kunstausstellung zur Feier der Befreiung Dresdens bilden Friedrichs Werke
Hermannsgrab und Chasseur im Walde einen Hauptanziehungspunkt.
1816
Mitglied der Königlichen Kunstakademie Dresden mit festem Gehalt.
Lehnt die Einladung eines befreundeten Malers nach Rom ab.
1817
Bekanntschaft mit dem Arzt und Maler Carl Gustav Carus, der sich in seinen
„Neun Briefen über die Landschaftsmalerei“ mit Friedrichs
Werken auseinandersetzt.
1818
Heirat mit Caroline Bommer, die als Rückenfigur auf vielen seiner
Gemälde erscheint. Mit seiner Frau reist er nach Greifswald, Wolgast,
Stralsund und auf die Insel Rügen. Im Herbst Bekanntschaft mit dem
norwegischen Landschaftsmaler Johan Christian Dahl.
1819
Erlass der Karlsbader Beschlüsse. Friedrich gibt in einigen Werken
seiner freiheitlichen Überzeugungen durch die Darstellung von Männern
in der verbotenen altdeutschen Tracht der Patrioten Ausdruck (Zwei Männer
in Betrachtung des Mondes). Mit Huttens Grab malt er später (1823/24)
ein politisches Bekenntnisbild. Besuch des Prinzen Christian Frederik
von Dänemark bei Friedrich in Dresden. 30. August Geburt der Tochter
Emma.
1820
Ermordung des Freundes Gerhard von Kügelgen. Kügelgens Grab.
Umzug in die größere Wohnung im Haus „An der Elbe“
Nr. 33. Besuch des russischen Großfürsten Nikolaj Pawlowitsch
(später Zar Nikolaus I.).
1821
Besuch von Wassilij Andrejewitsch Shukowskij, russischer Dichter und Staatsrat,
der Bilder an den Zaren vermittelt und dessen Sammlung Friedrich auch
in Moskauer und Petersburger Künstlerkreisen bekannt werden lässt.
1822
Besuch des Dichters Friedrich de la Motte Fouqué. Mondaufgang am
Meer; Der einsame Baum.
1823
Dahl, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbindet, mietet eine
Wohnung im selben Haus wie Friedrich (An der Elbe 33). Geburt der zweiten
Tochter Agnes Adelheid.
1824
Ernennung zum Professor der Dresdener Königlichen Kunstakademie,
ohne jedoch mit der vakanten Leitung der Klasse für Landschaftsmalerei
betraut zu werden. Am 23. Dezember Geburt eines Sohnes, den er nach dem
schwedischen König Gustav Adolf nennt. Erkrankung. Das Eismeer (Die
gescheiterte Hoffnung).
1825
Die schwere gesundheitliche Krise setzt sich fort. Friedhofseingang. Der
Watzmann wird in der Dresdener Akademie ausgestellt.
1826
Erholungsaufenthalt auf Rügen. Es ist der letzte Besuch seiner Heimat.
Auf der ersten Ausstellung des Hamburger Kunstvereins ist Friedrich mit
drei Werken vertreten, darunter Das Eismeer.
1828
Mitglied des neu gegründeten Sächsischen Kunstvereins. Im Mai
Kuraufenthalt in Teplitz (Böhmen).
1832
Das große Gehege wird in der Dresdener Akademie ausgestellt und
vom sächsischen Kunstverein erworben.
1830
Besuch des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen in seinem Atelier.
1833
Auf der dritten Kunst- und Gewerbeausstellung in Königsberg ist Friedrich
mit neun Werken vertreten. Gleichwohl beginnt sein künstlerischer
Ruhm abzunehmen, weil die neue Kunstepoche, der Realismus, die Romantik
in der Malerei abgelöst hat.
1834
Am 7. November Besuch des französischen Bildhauers David d’Angers
bei Friedrich in Dresden: „Friedrich! Der einzige Landschaftsmaler,
der es bislang vermochte, alle Kräfte meiner Seele aufzurühren,
der Maler, der eine neue Gattung geschaffen hat: die Tragödie der
Landschaft.“ Die Lebensstufen zeigen Friedrich als Greis von hinten,
zusammen mit Angehörigen seiner Familie der beiden jüngeren
Generationen.
1835
Friedrich erleidet einen Schlaganfall. Lähmung der rechten Hand.
Mitte August/Ende September Kuraufenthalt in Teplitz, finanziert durch
Gemäldeverkauf an den russischen Zaren. Friedrich kann zunächst
wieder arbeiten, aber kaum in Öl. Er bevorzugt Aquarell- und Sepiatechnik.
1837
Zweiter Schlaganfall, der Friedrich fast völlig lähmt.
1840
Wenige Monate vor seinem Tod verkauft Friedrich durch die Vermittlung
von Shukowskij Werke nach Russland. Am 7. Mai stirbt er in Dresden und
wird am 10. Mai auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden- Johannstadt beigesetzt.

Selbstbildnis, um 1800
© Statens Museum for Kunst, Den kongelige Kobberstiksamling, Kopenhagen