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Zeichen und Wunder
Weissagungen um 1500
25. November 1999 bis 20. Februar 2000

 

Das Ende eines Jahrhunderts gab von jeher Anlaß einerseits zu Betrachtungen über vergangene Zeit und andererseits zu Spekulationen über die Zukunft. Besonders deutlich wird dies in der Graphik und Buchillustration aus der Zeit um 1500, in der sich Ängste und Hoffnungen eines religiösen und sozialen Umbruchs widerspiegeln. Kometen uns außergewöhnliche Sternenkonstellationen, Seuchen und Mißgeburten wurden in den Flugblättern und Weissagungsschriften als Vorzeichen politischer Ereignisse oder als Ankündigung des Jüngsten Gerichts interpretiert. Als wichtigstes Zeugnis einer Endzeitstimmung um 1500 gilt Albrecht Dürers "Apokalypse" von 1498. Die Ausstellung zeigt neben der bedeutenden Holzschnittfolge und frühen Blockbuchausgaben die seltenen Einblattdrucke und astrologischen Weissagungsschriften. Der Kunsthistoriker Aby Warburg hat 1920 diese Bilder und Texte in seinem Aufsatz "Heidnisch-antike Weissagung in Wort und Bild zu Luthers Zeiten" zum ersten Mal als Mittel politischer Propaganda gedeutet. In der Ausstellung werden außer den Beständen des Hamburger Kupferstichkabinetts der Kunsthalle und wichtigen Leihgaben aus Berlin, Nürnberg und Wolfenbüttel daher auch seltene Drucke aus dem Besitz des Warburg Institute in London zu sehen sein.
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