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Tierisch! Tierdarstellungenaus vier Jahrhunderten

7. März bis 6. Juli 2008

Hegewisch-Kabinett

 

Das Tier in der Kunst ist so alt wie die Kunst selbst. Tierdarstellungen sind sogar älter und ursprünglicher als die des Menschen. Der mutige Löwe und die diebische Elster, die sich aufopfernden Pelikane und die stolzen Adler, die lustigen Affen und die starken Bären – all diese Tiere haben über die Jahrhunderte dazu gedient, Eigenschaften und Merkmale der Menschen zu symbolisieren. Auf dem Umweg über die Tiere reflektiert der Mensch ausführlich über sich und die Geschehnisse in der Welt.

Winzig klein und extrem groß, als Furcht erregende, einzelne Wesen oder in unendlicher Vielzahl, waren die Tiere schon immer da, kamen uns immer schon wild und gefährlich, schön und lustig, eklig und niedlich, schrecklich aber auch durchaus reizend vor. Wir schauen sie als unsere direkten Vorfahren und Verwandten an, eingebunden in die Natur, der auch wir zwangsläufig unterworfen sind. Wir sehen uns einerseits gern als ihresgleichen und wollen uns andererseits doch unbedingt von ihnen unterscheiden. Bis heute leben wir mit Tieren in Nachbarschaft, die kompliziert und schwierig ist sowie von Widersprüchen und Projektionen gekennzeichnet ist.

Neben der Literatur hat sich wohl kein Bereich der menschlichen Reflexion mit dieser Nähe und Ferne, eben mit dieser Widersprüchlichkeit so intensiv auseinandergesetzt wie die bildende Kunst. Das Tier ist aus der künstlerischen Darstellung des Menschen nicht wegzudenken. Stier, Pferd, Löwe und Tiger wurden dabei am häufigsten dargestellt. Ausgehend von Werken der Sammlung Hegewisch und ergänzt durch Bestände des Kupferstichkabinetts spürt die Ausstellung exemplarisch der Bildwelt der Tiere nach, wobei neben der reinen Verbildlichung der Kreatur auch Darstellungszusammenhänge wie das Tier als Attribut oder das Tier als Symbol gezeigt werden. Zu sehen sind Zeichnungen und Druckgraphiken von Dürer, Baldung Grien, Passarotti, Ridinger, Snyders, Earlom, Tischbein, Goya, Delacroix, Redon, Ensor und Munch sowie natürlich Pablo Picasso, in dessen Kunst Tiere und auch Mischwesen zwischen Tier und Mensch eine bedeutende Rolle spielen.

Kurator der Ausstellung: Dr. Andreas Stolzenburg


Pablo Picasso: Stier und Pferd,
Pablo Picasso: Stier und Pferd, 1934

Francisco de Goya (1746-1828)
Francisco de Goya (1746-1828)
Ungereimtheit mit wildem Tier (Los Proverbios, Blatt 21), um 1820

Pablo Picasso: Stier
Pablo Picasso (1881-1973)
Der Stier, 11. Zustand, 10. 6. 1946, Lithographie

© Sammlung Hegewisch in der Hamburger Kunsthalle
Photos: Christoph Irrgang

Hamburger Kunsthalle Glockengießerwall 20095 Hamburg
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